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Oberpräsidium Münster / Kirchen, Schulen, Juden

Kirchen: Verfassung und Organisation (1721-) 1813-1946 (80); kirchliches Wirken (u.a. Kulturkampf 1873-1904) (1629-) 1813-1940 (177); Geistliche und Kirchenbedienstete (1606-) 1785-1942 (172); kirchliche Einrichtungen, Kirchenbücher 1817-1926 (21); Finanzen (1623) 1816-1943 (98); Besetzung evangelischer Pfarrstellen (1707) 1814-1920 (7); desgleichen katholischer Pfarrstellen (1275) 1666, 1791-1928 (696). Schulen: Höhere Schulen (1706-) 1818-1946 (57); Volks- und Mittelschulen (1783-) 1815-1946 (82); Lehrer (1606) 1816-1946 (105). Juden (1708-) 1814-1937 (15).

Oberpräsidium Münster (Bestand)

Allgemeiner Hinweis: Einzelne Aktenbände sind aufgrund deren personenbezogenen Charakters für eine reguläre Nutzung im Lesesaal gesperrt. Es empfielt sich vorab eine Anfrage an das Landesarchiv NRW via E-Mail an: westfalen@lav.nrw.de Vom Bestand ¿Oberpräsidium der Provinz Westfalen¿ im NW Staatsarchiv Münster verzeichnet das vorliegende Findbuch die Akten des Teilbestands ¿Polizei, Justiz, Militär¿. Dem 1815/16 auch in der Provinz Westfalen eingerichteten Amt des Oberpräsidenten war ursprünglich eine eher repräsentative Rolle zugedacht. Schon der Auftrag, die Kontrolle über die Unterstellten Behörden, vor allem die Bezirksregierungen, verlieh seiner Arbeit aber Gewicht. Seine eigentliche Bedeutung erhielt das Amt des Oberpräsidenten - und damit für die historische Forschung die aus dieser Funktion erwachsenen Akten - durch die Aufgabe, die obersten Staatsbehörden im besonderen Auftrag und bei außergewöhnlichem Anlass, insbesondere bei Gefahr im Verzuge und im Kriegsfall, zu vertreten, d.h. dann, wenn in Krisenzeiten Verwaltung begann, politisch - im engeren Sinne - zu werden. Politisches Handeln des Oberpräsidenten war auch gefragt bei der Wahrnehmung der Rechte des Staats gegenüber der evangelischen und im 19. Jahrhundert besonders gegenüber der katholischen Kirche. Der Bestand Oberpräsident verdient auch deshalb besonderes Interesse, weil es sich für Westfalen um einen zentralen Fonds handelt. Nicht selbstverständlich ist es jedoch, dass in ihm auch außerwestfälische Betreffe enthalten sind. Diese beziehen sich auf die Erweiterung der Kompetenz gerade des Oberpräsidenten für Westfalen durch das Amt des ¿Chefs der Zivilverwaltung¿ im Zusammenhang der Vorbereitung bzw. in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs, die eine Ausweitung des Zuständigkeitsbereichs auch auf das Rhenland mit sich brachte. Über Westfalen hinaus, d.h. für den Bereich des Wehrkreises VI, erstreckte sich der Sprengel des Oberpräsidenten als ¿Reichsverteidigungskommissar¿. Mit Blick auf diese Schwerpunkte in der Verwaltungsarbeit des Oberpräsidenten wurde von den insgesamt elf Findbüchern, die mittlerweile zum Bestand im Staatsarchiv Münster vorliegen, zunächst der vorliegende Band ¿Polizei, Justiz, Militär - Chef der Zivilverteidigung, Reichsvereidigungskommissar¿ zur Publikation ausgewählt. Diese stützt sich im Wesentlichen auf die 1972ff. geleistete moderne Archivverzeichnung, deren Sachtitel und Klassifikation weitgehend zu übernehmen waren. Bei der jetzigen Aufbereitung zur Drucklegung wurden jedoch bei den Titeln, die nicht genügend aussagekräftig erschienen, intensivere Aktenanalysen vorgenommen. Dadurch soll u. a. auf die in den Akten enthaltenen, aus anderen Provinzen Preußens stammenden Vorgänge aufmerksam gemacht werden, die zwar nur zur Kenntnisnahme übersandt wurden, die aber doch einen grundsätzlichen oder modellhaften Charakter besaßen. Einerseits zielen die Aktenanalysen also auf eine stärkere Benutzung eines Aktenbandes. Andererseits soll gerade durch sie eine überflüssige Aushebung von Archivalien vermieden werden, was aus konservatorischen Gründen immer mehr geboten erscheint. Nicht zuletzt können sie dem Benutzer Enttäuschungen ersparen, wenn sie ¿zuviel versprechende¿ Aktentitel inhaltlich relativieren. Manfred Wolf Münster 1991