Bestand Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland, Psych - Psychiatrie und Erweiterte Armenpflege (Bestand)

Bereich "Identifikation"

Signatur

Archiv des Landschaftsverbandes
Rheinland, Psych

Titel

Psychiatrie und Erweiterte Armenpflege (Bestand)

Datum/Laufzeit

  • 1824-1984 (Anlage)

Erschließungsstufe

Bestand

Umfang und Medium

Bereich "Kontext"

Bestandsgeschichte

Abgebende Stelle

Bereich "Inhalt und innere Ordnung"

Eingrenzung und Inhalt


  • 1. Abriss der Geschichte der Anstaltspsychiatrie


Dieser Abriss soll keine Geschichte der Psychiatrie und der psychiatrischen Anstalten ersetzen, sondern
der raschen Orientierung dienen. Die angegebene Literatur stellt nur einen Ausschnitt vorhandener Arbeiten das, die allerdings grundsätzliche Bedeutung haben
und für den Einstieg in die Tiefergehende Erforschung unverzichtbar sind.

Die Entstehung der Psychiatrie (der Begriff wurde 1808 von dem Neurologen
Johann Christian Reil geprägt) setzte einen Wandel im Menschenbild voraus. Geistig Kranke mussten überhaupt als Kranke und Menschen akzeptiert werden, damit die
Vorstellung von der Heilwürdigkeit und der Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung sich durchsetzen konnte. Wesentliche Vorbedingungen waren in der
Aufklärung geschaffen worden. Es verwundert nicht, dass es ausgerechnet im Zuge der französischen Revolution mit Philippe Pinel als Leiter der zwei großen
Pariser Irrenhäuser zu einer Neuorientierung bei der Einschätzung von Geisteskranken kam. Sein egalitäres Menschenbild verlangte ein zwar entschlossenes und
großzügiges Umgehen mit den Kranken. Daraus resultierte sein weitgehender Verzicht auf Zwangsmittel, der für die weitere Entwicklung der Psychiatrie ebenso
wichtig war wie seine empirisch-statistische Kontrolle bei der Therapie.(1)
Seine Überzeugung, die Behandlung von Irren sei nur eine Form von Erziehung, mag
Klaus Dörner mit dazu veranlasst haben, den Anfang der organisierten Psychiatrie als pädagogisch orientiert zu bezeichnen.(2) Die Durchsetzung der
„Seelenheilkunde“ wird gern mit der Industrialisierung in Verbindung gebracht. Psychiatrie wird dabei begriffen als ein soziales Hilfssystem, das gleichzeitig
auch ein Kontrollsystem ist. Die Überlegung ist insofern einleuchtend, als mit der Industrialisierung Bevölkerungswachstum und das Zusammenleben vieler Menschen
in Ballungsgebieten einhergehen, was die vorher vielfach noch existierenden Freiräume verminderte. Einsichtig ist auch, dass der industrielle Produktionsprozess
die Arbeitskraft Mensch in einer Weise belastete und reglementierte, wie dies vorher nicht der Fall gewesen war, was objektiv mit seiner sehr viel höheren
Störanfälligkeit zusammenhängt.(3) In Deutschland und speziell in den Rheinprovinzen stößt diese Verknüpfung aber insofern auf Schwierigkeiten, als am Anfang
des 19. Jahrhunderts von Industrialisierung nur in den allerersten Anfängen gesprochen werden kann. Es fehlte mithin auch weitgehend jene bürgerliche
Unternehmerschicht, die in den entwicklungsmäßig fortgeschrittenen Ländern wie Frankreich und Großbritannien die Ausbildung der Psychiatrie befördert
hatte.


Die Irrenanstalt Siegburg

Der Anstoß in den Rheinlanden kam von Seiten der preußischen Reformbürokratie. Deren Aktivität in diesem
Sektor deckt sich mit ihrem sonstigen Bemühungen, die Voraussetzungen für eine moderne Industriegesellschaft in Preußen zu schaffen. Der direkte Auslöser war
dabei ein Verstoß des Oberpräsidenten der Provinz Jülich-Kleve-Berg beim preußischen Staatsministerium im Jahre 1817, in welchem er eine menschenwürdige
Unterbringung der (unruhigen) Irren forderte, die damals wie Tiere in Zellen oder Käfigen, oft angekettet, gehalten wurden.(4) Für das Verständnis der weiteren
Entwicklung muss man die Tatsache im Auge behalten, das der staatlichen Anregung eine vom preußischen Staat getragene Aktion folgte. Das Staatsministerium
beauftragte den Medizinalrat Dr. Maximilian Jacobi mit den Planungsarbeiten und ernannte ihn zum Anstaltsdirektor, als die Entscheidung zur Einrichtung der
ersten öffentlichen Heilanstalt in den Rheinprovinzen in den Gebäuden der säkularisierten Benediktinerabtei in Siegburg gefallen war.

Die Eröffnung der
Anstalt, die ursprünglich auch Patienten aus der Provinz Westfalen versorgen sollte, fand fast unbeachtet am 1. Januar 1825 statt. Für rund 200 Patienten war
die neue Einrichtung ausgelegt. So hoch schätze man die Zahl der heilbaren Geisteskranken, wobei man von einer Gesamtzahl von 2000 Irren in den Rheinprovinzen
ausging. Seinen Behandlungsplan stimmte Jacobi mit der medizinischen Fakultät der Universität Bonn ab,(5) so dass man zumindest für diesen frühen Zeitpunkt der
Entwicklung davon ausgehen muss, dass sich seine Therapieversuche auf der damaligen Höhe der Wissenschaft bewegten, was Jacobis Widersacher allerdings bald
bestreiten sollten.

Die Ausklammerung der unheilbaren Irren von des Versorgung sollte einen weiteren Dauerstreit auslösen, Abgesehen davon, dass die
Trennung nicht sicher durch zuführen war, blieb die Aufgabe, die als unheilbar eingeschätzten Kranken zu versorgen. Diese Aufgabe übernahmen die Kreise und
Gemeinden, zumeist sehr ungern. Sie arbeiteten dabei häufig mit religiösen Genossenschaften oder privaten Einrichtungen zusammen, die manchmal mehr schlecht als
recht die Pflege der Geisteskranken übernahmen.

Zugleich Angriffsziel und Stätte der Auseinandersetzung war der ständische Provinziallandtag. Diese
Einrichtung war eine der wenigen Maßnahmen, die im Hinblick auf das Verfassungsversprechen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. von 1815, in welchem
von einer einzurichtenden Repräsentation des Volkes und von Provinzialständen die Rede war, schließlich umgesetzt wurden.(6) Vier Stände (der Fürsten,
Rittergutsbesitzer, Landgemeinden und Städte) waren im Landtag vertreten, wobei der entscheidende Faktor für den Zugang Grundbesitz war. Die Sitzungen des
Landtages wurden geleitet von einem durch den König ernannten Landtagsmarschall, der dem König und gerade nicht dem provinzialständischen Landtag verantwortlich
war. Der Landtag hatte keinerlei Entscheidungsbefugnis, seine Beschlüsse bedurften der Bestätigung durch den König. Dennoch ermöglichte der provinzialständische
Landtag die ersten Schritte hin auf eine wie bescheiden auch immer gestaltete Mitverwaltung der Provinzialangelegenheiten. So übernahm der Landtag, der am 29.
Oktober 1826 erstmals zusammengetreten war, die Mitverwaltung der Irrenanstalt Siegburg. Zu diesem Zweck wurde in Siegburg eine Verwaltungskommission
geschaffen, die sehr weitgehende Vollmachten in der Wirtschafts- und Finanzverwaltung, der Personal- und Baupolitik der Anstalt hatte und die Disziplinargewalt
gegenüber den Beschäftigten ausübte. Allerdings wählte der Landtag nur zwei der vier Kommissionsmitglieder aus seinen Reihen, während die übrigen beiden vom
Oberpräsidenten bestimmt wurden, der die Oberaufsicht über die Kommission führte. Die eigentliche Verwaltung lag bei Beamten der Regierung Köln. Die Vertreter
des Provinziallandtages befanden sich in einer schwachen Position.

Trotz dieser schwachen Position der Vertreter der Provinz sollten die Kosten in
Gänze von der Provinz getragen werden. So gab es denn schon auf dem ersten Provinziallandtag heftigen Widerspruch gegen die alle Haushaltsansätze
überschreitenden Ausgaben und harte Auseinandersetzungen über die Art, wie die Kosten gedeckt werden sollten. Noch auf Jahrzehnte hinaus sollte der Sinn der
Anstalt auf den Sitzungen des Provinziallandtages in Frage gestellt werden. Gerade weil die Heilerfolge nicht eindeutig waren und die Ausgaben damit nicht
ausreichend legitimiert erschienen, drängten viele Ständevertreter darauf, die Führung der Anstalt religiösen Genossenschaften zu übertragen, die sich erbötig
machten, wesentlich billiger zu wirtschaften. Dies wiederum führte zu heftigen, konfessionell geprägten Debatten, die durch die leidenschaftliche Polemik von
Jacobi noch angestachelt wurden. Dessen Entmachtung gelang dem Provinziallandtag nicht, weil Jacobi von staatlicher Seite geschützt wurde, obwohl es berechtigte
Zweifel z.B. an seinen Fähigkeiten bei der Verwaltung der Anstalt gab. Es gelang dem Provinziallandtag weder, entscheidenden Einfluss auf Haushaltsfragen zu
bekommen, noch die Verwaltungskommission mehrheitlich zu besetzen. Der aus dieser Ohnmacht geborene Zorn führte zu einer kleinlichen Obstruktionspolitik, bei
der kleinste Ausgabeposten in grotesker Weise moniert wurden. Diese Einstellung wiederum verhinderte wichtige bauliche und hygienische Verbesserungen, zu denen
es erst ansatzweise kam, nachdem eine staatliche Untersuchungskommission 1855 den desolaten Zustand der Anstalt feststellte. Das Umdenken der Ständevertreter
wurde gewiss erleichtert dadurch, dass Maximilian Jacobi, der für viele eine lebende Provokation war, 1856 verstarb.

Der Neuanfang der
Kaiserzeit
Der eigentliche Neuanfang in der rheinischen Anstaltspsychiatrie sollte jedoch, wie auch später noch häufiger, durch einen Skandal befördert
werden. Nicht erst seit den Feststelllungen der staatlichen Untersuchungskommission wusste man, dass die Zustände in Siegburg ohne wesentliche Verbesserungen
nicht mehr haltbar waren. Eine Untersuchungskommission des Provinziallandtages enthüllte dann sogar absolut menschenunwürdige Zustände in der früheren
Musteranstalt Siegburg. Daraus resultierte der Entschluss, grundlegende Veränderungen herbeizuführen und einen völligen Neuanfang zu versuchen. Man griff auf
die Idee des Bonner Irrenarztes Dr. Richartz zurück, der zuvor Arzt in Siegburg gewesen war, und ließ nun in jedem Regierungsbezirk eine neue Anstalt errichten.
Die Anstalten in Andernach, Grafenberg und Merzig wurden 1878 eröffnet, 1878 folgten solche in Düren und 1882 in Bonn. Im neuen Reglement von 1871 werden die
Anstalten als „Provinzial-Irren-Heil- und Pflegeanstalten bezeichnet,(7) was schlaglichtartig beleuchtete, dass nunmehr auch als unheilbar eingestufte
Geisteskranke in diese Einrichtungen aufgenommen werden konnten, ohne dass damit in Konkurrenz z.B. zu den Bezirksanstalten getreten werden sollte.

Der
Provinziallandtag setzte mit diesem groß angelegten Projekt durch, dass er mehr Einfluss auf die Verwaltung nehmen konnte. In der Verwaltungskommission von
Siegburg besetzte er nun drei von fünf Stellen. Von 1873 an übernahm mit dem Provinzialverwaltungsrat ein rein provinzialständisches Gremium unter der
Oberaufsicht des Oberpräsidenten diese Funktion. Es folgten der Aufbau einer eigenen Verwaltung mit dem Landesdirektor (später Landeshauptmann) der Rheinprovinz
an der Spitze. Schließlich gesellten sich Dotationen des preußischen Staates und das Recht, Umlagen zu erheben, dazu, begleitet von einer Reihe neuer Aufgaben.
Mit einer durch die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen („ Kulturkampf“) verursachten Verzögerung kam der Umbau des ständischen Provinziallandtages zum
Provinzialverband in der Rheinprovinz 1888 zum Abschluss.(8)

Die Anstaltneubauten als Monumente philanthropischer Gesinnung des aufstrebenden
Bürgertums gerieten aber schon bald in das Kreuzfeuer der Kritik. Es ging dabei jedoch nicht um die psychiatrische Grundkonzeption der Anstalten, welche die
Isolierung der Kranken von der Außenwelt vorsah. Dieser Ansatz, der schon von Pinel vertreten worden war und zu dem selbst ein so fortschrittlicher Psychiater
wie Wilhelm Griesinger in Bezug auf die Familie stand,(9) entsprach der Praxis der Zeit. Deshalb waren die Anstalten an isolierten Standorten errichtet und
durch geradezu gefängnismäßige Mittel (Mauern, Vergitterungen) von Außenverbindungen abgeschnitten worden. Selbst innerhalb der Anstalten waren die Anlagen auf
Abschottung der Teilbereiche untereinander angelegt. Es waren dagegen einmal mehr die Kosten, die zur Kritik Anlass gaben, denn die Baukosten stiegen auf über
12 Millionen Mark, nachdem ursprünglich 6 Millionen veranschlagt worden waren, dazu kamen Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung.(10) Vehemenz und Kleinlichkeit
der Auseinandersetzungen erinnerten an die Kämpfe im ständischen Provinziallandtag, obwohl sich rasch zeigte, dass mit den großzügig dimensionierten Anstalten
der überaus starke Zustrom neuer Patienten gerade noch bewältigt werden konnte, und zwar zu vertretbaren Betriebskosten. Statt der ursprünglich geplanten 1300
wurden bald schon über 2600 Patienten versorgt. Da die Plätze immer noch nicht ausreichten, aber beim Provinziallandtag keinerlei Neigung zu neuen Baumaßnahmen
bestand, griff man auf entsprechende Vorschläge aus der Vergangenheit zurück. Es wurden Verträge mit religiösen Genossenschaften abgeschlossen, weil diese zu
billigeren Pflegesätzen arbeiteten. Neben den zahlreichen katholischen Anstalten entstanden kurz vor der Jahrhundertwende auch evangelische Einrichtungen. Durch
das Recht auf jederzeitige Revision dieser Institute sollte Mängeln und Missständen vorgebeugt werden. Die Landesbank der Rheinprovinz stellte für die
Baumaßnahmen den Genossenschaften günstige Kredite zur Verfügung. Das Einschalten der Genossenschaften führte dazu, dass chronisch Kranke nun doch nicht in die
Provinzialanstalten kamen. Der Provinzialverband glaubte, mit diesen Verträgen, der Unterstützung konfessioneller und privater Initiativen sowie der
Bereitstellung von Freistellen seinen gesetzlichen Verpflichtungen aus dem Bundesgesetz über den Unterstützungswohnsitz von 1870 sowie dem Dotationsgesetz von
1875 Genüge getan zu haben, als die unklare Rechtssituation mit dem Gesetz über die erweiterte Armenpflege vom 11. Juli 1891 beendet wurde.

Der Ausbau
der Fürsorge in der Kaiserzeit
Durch dieses Gesetz wurden die Landarmenverbände – auch eine Funktion des Provinzialverbandes- verpflichtet, u.a. für
Geisteskranke, Idioten und Epileptiker Anstaltsplätze bereitzustellen. Angesichts der Kosten sträubte sich der Provinzialverband gegen die neuen Aufgaben, denen
er sich jedoch nicht entziehen konnte. Die finanzielle Mehrbelastung wurde teilweise dadurch gemildert, dass bisher freiwillige Leistungen eingestellt oder
verringert wurden.

Es waren wiederum Skandale, die Bewegung in die erstarrten Fronten brachten. Im 1893 verhandelten Fall des Hermann Feldmann stellte
sich heraus, dass ein vorübergehend verwirrter Mann über mehrere Jahre in verschiedene Provinzialanstalten verschoben, entmündigt und völlig grundlos als
gemeingefährlich bezeichnet worden war. Ein Gutachter der Staatsanwaltschaft enthüllte dabei die Missstände, die inzwischen verbreitet in großen Anstalten
eingerissen waren. Wenige Monate später wurde vor der Aachener Strafkammer der Mellage-Prozeß verhandelt, in dem es um jahrelange unberechtigte Festhalten des
schottischen Priesters Alexander Forbes in der Alexianeranstalt in Aachen ging, die der Provinzialverband als Beleganstalt benutzte. Erschütternde Details über
die brutale Behandlung von Irren erregten weite Teile der Öffentlichkeit.(11) Im Sommer 1895 wurden unhaltbare Zustände in einer Privatirrenanstalt
festgestellt. Dem Anstaltsbesitzer war die Führung einer Männeranstalt verboten worden, nachdem dort übelste hygienische Verhältnisse und eine hohe Todesrate
festgestellt worden waren. Dies hinderte den Besitzer aber nicht daran, in derselben Örtlichkeit eine Frauenanstalt einzurichten, in die auch der
Provinzialverband Patientinnen gab, bis eine nicht angekündigte Revision auch diesen Skandal enthüllte.(12)

Der Provinziallandtag konnte in einer
solchen Situation nur die Flucht nach vorne antreten. Eine Verwaltungskommission wurde eingesetzt, die nach eingehenden Besichtigungen in modernen Anstalten die
eigenen als hinter den Entwicklungen zurückgeblieben bezeichnen musste. Daneben war klar, dass wegen des steigenden Bedarfs an Unterbringungsmöglichkeiten für
Geisteskranke neue Krankenhäuser gebaut werden müssten. Die religiösen Genossenschaften mochten nach der scharfen Kritik aus der Öffentlichkeit diese
erweiterten Aufgaben nicht übernehmen. Der Provinziallandtag beschloss daher im Baubereich zwei Maßnahmenpakete, nämlich die Modernisierung der bestehenden
Anstalten sowie den Neubau von Anstalten nach modernsten Gesichtspunkten. Die Modernisierung war ein langwieriger Prozess. Die Voraussetzungen für die
Wachabteilung-, Bett- und Bäderbehandlung gab es bis 1899 schon in allen Provinzialanstalten, zu einem gewissen Abschluss kam diese Entwicklung aber(13) erst
1925. Durch Erweiterungsbauten konnte ein Teil des Krankenzustroms aufgefangen werden. Die fünf Anstalten vermochten 1911 die dreifache Zahl der ursprünglich
vorgesehenen Patienten aufzunehmen. Für die Anstaltsneubauten wurden als Grundprinzipien vorgegeben die koloniale Bauweise ohne Gitter, um in Anlehnung an das
„no restraint“ –Prinzip die Bewegungsfreiheit der Patienten zu erhöhen, bessere und sichere Patientenbetreuung und- Behandlung durch übersichtliche und
überschaubare Räumlichkeiten, die auch durch die Individualisierung der Krankheitsformen durch Unterbringung in kleinen Gruppen in separaten Villen angestrebt
wurde, die Beruhigung des Anstaltsbereiches durch Verlegung der Wirtschaftswege und der Landwirtschaft an die Peripherie des Anstaltsgeländes, wobei letzteres
zusätzlich die hygienischen Verhältnisse zu verbessern half. Nach diesen Grundsätzen wurden die Anstalten Galkhausen bei Langenfeld und Johannistal bei Süchteln
erbaut, mit deren Belegung 1900 bzw. 1905 begonnen werden konnte. Nicht anwendbar war das no restraint- Prinzip auf kriminelle Geisteskranke, für die 1889/90
das erste Bewahrungshaus in der Rheinprovinz in Düren erbaut wurde. Die Sicherung durch Einzelzellen, mehrfach gestaffelte Vergitterungen und die Überwachung
der Insassen konnten jedoch Ausbrüche nicht verhindern, so dass durch eine Reihe von Maßnahmen, unter anderem die Errichtung einer hohen Abschlussmauer, der
Gefängnischarakter verstärkt werden musste.(14) Weitere solcher Bewahrungshäuser entstanden 1906 bei der Arbeitsanstalt Brauweiler und 1912 in der
Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau.

Diese Einrichtung war der jüngste Anstaltsbau des Provinzialverbandes. Die Anstalten in Langenfeld und
Süchteln waren mit Patienten belegt, kaum dass sie fertig gestellt worden waren. Mit weiterem Bedarf war zu rechnen, zumal die Departementalanstalt in
Düsseldorf geschlossen wurde, was allein Neuunterbringung von 500 Patienten bedeutete. Bedburg-Hau wurde als Großanstalt für 2020 Patienten konzipiert. Für die
Planung und Durchführung galten dieselben Prinzipien wie in Langenfeld und Süchteln, nur waren die Grundeinheiten jeweils größer. 1912 konnte die Anstalt
übergeben werden.

Neben die baulichen Neuerungen waren solche im Bereich der Personalpolitik getreten. 1897 war zur Verbesserung der Pflegesituation
beschlossen worden, die Einkommen zu erhöhen und den Pflegern nach fünf Dienstjahren eine Prämie auszusetzen. Damit sollte die überaus starke Fluktuation
gemildert werden. Durch die Schaffung von Oberpflegerstellen bot sich nicht nur die Chance einer besseren Überwachung der Krankenpflege, sondern auch eine
Aufstiegsmöglichkeit. Zu einer eigenen, staatlich anerkannten Pflegerausbildung kam es jedoch nicht. Der ärztliche Direktor wurde entlastet durch Delegation von
ärztlichen Aufgaben auf den zweiten Arzt und durch Übertragung von mehr Verantwortung auf die Verwaltung.

Die Rückschläge durch den Ersten Weltkrieg
und der Neubeginn in der Weimarer Republik
Der erste Weltkrieg unterbrach diese positiven Ansätze nachhaltig. Ärzte und Pfleger wurden zahlreich zum
Kriegsdienst eingezogen. In Teilen der Heil- und Pflegeanstalten wurden Lazarette für Soldaten eingerichtet, die lange Zeit vom Personal des Provinzialverbandes
zusätzlich zu ihrer eigentlichen Aufgabe betreut werden mussten. Verheerend wirkte sich die Nahrungsmittelverknappung seit 1916 aus, die zahlreichen Todesfälle
in den Heil- und Pflegeanstalten nach sich zog. Die Zahl der Patienten ging aus diesem und anderen Gründen so weit zurück, dass 1920 Beleganstalten geschlossen
und Kranke auch aus Kostengründen in den Provinzialanstalten untergebracht werden mussten. Viele Anstalten wurden zumindest vorübergehend als Lazarette für die
Besatzungstruppen benutzt. Im Fall von Galkhausen nutzten englische Truppen zu drei Vierteln diese Anstalt, so dass der Provinzialverband sie mehrere Jahre
nicht mehr in ihrer eigentlichen Funktion verwenden konnte. Mit der Ausgliederung des Saargebietes ging die Anstalt in Merzig verloren, was die Versorgung der
Kranken im Regierungsbezirk Trier erschwerte. Mitte der zwanziger Jahre stiegen die Belegungszahlen der Anstalten wieder stark an, weil durch Inflation und
Währungsreform weite Teile der Bevölkerung verarmten und damit bisher privat oder selbst gepflegte Kranke Fürsorgefälle wurden. Zu einem kleineren Teil trug
auch die Ausweitung der Fürsorge 1924 zu dem Anstieg bei, der bis an das Ende der Weimarer Zeit andauern sollte.

Wesentliche Fortschritte in der
Behandlung der Patienten wurden nicht erreicht. Die Familienpflege, Ende des 19 Jahrhunderts entwickelt und kurz nach der Jahrhundertwende auch in der
Rheinprovinz eingeführt und von den Ärzten positiv beurteilt, wurde 1923 praktisch eingestellt. Die Bett- und Bäderbehandlung war verfeinert, aber nicht
grundsätzlich weiterentwickelt worden. Durchgehalten wurden Ansätze in der Arbeitstherapie, in der immerhin über die Hälfte der Patienten beschäftigt wurden.
Noch zu klären ist die Einstellung der rheinischen Anstaltspsychiatrie zu dem Herman Simon als Leiter der Anstalt in Gütersloh entwickelten Konzept der
Arbeitspsychiatrie, das dieser im Sinne einer „aktiveren Krankenbehandlung“ als Vorbereitung geisteskranker Patienten auf ihre zumindest teilweise Rückkehr in
die Außenwelt hin betreib.(15)

Die wichtigste Neuerungen war die Rheinische Provinzial-Kinderanstalt für seelisch Abnorme in Bonn 1926.(16) In der
Rheinprovinz wurde damit erstmals in Deutschland eine psychiatrisch-neurologische Klinik ins Leben gerufen, die sich speziell dem Problem psychisch kranker
Kinder widmete. So wurde die schon früher in den Heil- und Pflegeanstalten geleistete Pflege und Ausbildung um die kindgerechte psychiatrische Behandlung
ergänzt. Die schließlich mit 110 Betten ausgestattete Einrichtung war meist überbelegt. Modernste Technik wurde für Beobachtung und Diagnose eingesetzt,
Prognosen und Behandlungsplan mit den Einrichtungen abgestimmt, welche die Kinder nach der Untersuchung aufnahmen. Zumindest in diesem Bereich wurde die
Familienpflege für bestimmte Patienten unterstützt. Eine kostenlose Beratungsstelle rundete das Konzept ab.

Anstaltspsychiatrie in der NS Zeit
Der
durch die Weltwirtschaftskrise ausgelöste wirtschaftliche Niedergang der Rheinprovinz und die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten prägten die Entwicklung
der Anstaltspsychiatrie in den folgenden Jahren. Erste augenfällige Veränderungen war die Flucht des Juden Prof. Dr. Otto Löwenstein von einem Kölner SA-Trupp,
dem er durch eine Warnung gerade noch entging. Hintergrund dessen war eine erbitterte Fehde zwischen Löwenstein als Leiter der Kinderanstalt und Prof. Dr.
Walter Poppelreuter, dessen Institut für Hirnverletzte Kriegsbeschädigte der Kinderanstalt weichen müssen.(17)

Sehr rasch fanden die
biologistisch-rassistischen Vorstellungen Eingang in den Anstaltsalltag. Mit dem Wirksamwerden des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses wurden ab 1934
von den Anstaltsärzten Gutachten erstellt, die im Zuge von „Erbgesundheitsgerichtsverfahren“ zur Zwangssterilisation von Patienten führen konnten. Anfang 1937
waren bereits über 4000 Patienten der Provinzial-Heil und- Pflegeanstalten der Rheinprovinz zwangssterilisiert, obwohl sich gerade in der überwiegend
katholischen Bevölkerung der Rheinprovinz Widerstand dagegen rührte. Bei den Ärzten waren nennenswerte Widerstände dagegen nicht erkennbar.(18)

Mit dem
Gesetz über gefährliche Gewohnheitsbrecher von 1933 konnten begrenzt zurechnungsfähige oder unzurechnungsfähige Kriminelle in Heil- und Pflegeanstalten
eingewiesen werden. Die nicht unbeträchtliche Zahl wurde im Bewahrungshaus in Bedburg-Hau und in dem bis dahin anderweitig genutzten Bewahrungshaus in Düren
untergebracht.(19)

Nicht ohne historische Ironie ist die Eröffnung des Rheinischen Provinzialinstitutes für psychiatrisch-neurologische Erbforschung in
Bonn 1935,(20) das auf Vorarbeiten des jüdischen Arztes Otto Löwenstein zurückging. Der zufällige Fund der alten Siegburger Patientenakten hatte diesen auf den
Gedanken gebracht, ein „Erbarchiv“ einzurichten. Auf ganz breiter Basis und mit einer unvergleichlichen Sammelwut wurde nach 1935 die Totalerfassung nicht nur
der psychiatrisch auffällig gewordenen Bevölkerung der Rheinprovinz betrieben. Die systematische Vergrößerung der Außenfürsorge der Provinzial-Heil- und
Pflegeanstalten diente wesentlich der „erbbiologischen Bestandsaufnahme“ in der Rheinprovinz.

Obwohl in der offiziellen Berichterstattung die
„erbpflegerischen“ Aspekte der psychiatrischen Tätigkeit bei weitem den meisten Platz einnahmen, fehlt es nicht an Hinweisen auf die Weiterentwicklung
therapeutischen Maßnahmen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren etwa gegenüber den Maximilian Jacobi noch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten enorme
Fortschritte in der Diagnose und Prognosen erreicht worden; kausale Erklärungen gab es jedoch nicht und die Behandlungsmethoden werden von Medizinhistorikern
als ärmlich bezeichnet.(21) Mit den psychotherapeutischen Methoden boten sich neue Eingriffsmöglichkeiten. Der genaue Umfang ihrer Anwendung in der Rheinprovinz
ist jedoch noch unbekannt. Die erste Behandlungsmethode somatischer Prägung bot die ab 1917 von Wagner-Jauregg entwickelte Malariabehandlung der progressiven
Paralyse. In der Anstalt in Düsseldorf- Grafenberg wurden zur weiteren Erforschung dieser Fiebertherapie Anophelesmücken gezüchtet. Den Schocktherapien öffneten
sich die Anstalten noch rascher. Die Insulinschockbehandlung (publiziert 1933) und sie Cardiazolschockbehandlung (publiziert 1935) wurden nach Pionierleistungen
der PHP Andernach in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre bereits in allen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalten angewandt.(22) Der Gebrauch von Elektroschocks
und Lobotomie bleibt noch nachzuweisen.

Obwohl Ende der dreißiger Jahre aussichtsreichere Behandlungsmethoden zur Verfügung standen als je zuvor,
strebte die NS- Führung eine endgültige Lösung des Geisteskrankenproblems an. Auf die Zwangssterilisation folgte „Euthanasie“, die sowohl auf Erwachsene wie auf
Kinder ausgedehnt wurde.(23) In Hadamar und Meseritz-Obrawalde wurden die meisten aus der Rheinprovinz verlegten Patienten ermordet. Die Zahl der Ermordeten
liegt bei mindestens 8000.(24) Betrug die Zahl der hilfsbedürftigen Geisteskranken in der Rheinprovinz 1933 rund 20000, so waren 1945 nur wenig mehr als 10000
registriert. Auch die gerichtliche Verhandlung der Fälle trug nicht dazu bei, das tiefe Misstrauen gegen die Anstaltspsychiatrie zu mindern, zumal dieser
Bereich noch viele Jahre hindurch geradezu tabuisiert und die Anstaltspsychiatrie an den Rand des Gesundheitssystems der Bundesrepublik gedrängt werden
sollte.


2. Bestandsgeschichte und –beschreibung
In vorliegendem Findbuch sind die Akten der Referate „Provinzial-Irrenanstalten"
und
„Erweiterte Armenpflege auf Grund des Gesetzes vom 11.07.1891"(25) zur Rheinischen Psychiatrie mit Laufzeit von 1826 bis ca. 1955 erschlossen, die in
das Archiv überkommen sind. Nicht aufgenommen wurden die Akten zur Dienstaufsicht über das Landarmenhaus in Trier und die Arbeitsanstalt in Brauweiler (welche
gleichwohl als Beleganstalten auftauchen) und über das Landarmenwesen in den Schwerpunkten Blinden-, Taubstummen- und Epileptikerfürsorge. Diese Komplexe
bleiben einem oder ggf. sogar mehreren Folgebänden vorbehalten. Es kristallisieren sich für dieses Findbuch vier Abgabekomplexe heraus:

1. Das
provinzialständische Archiv, 1843 in der Privatwohnung des Registrators untergebracht,(26) wurde auf Grund eines Beschlusses des Provinziallandtages in die
Obhut des Direktors des Staatsarchivs Düsseldorf, Mitglied des Provinziallandtages Archivrat Dr.Lacomblet gegeben und ist 1856 unter dessen Anleitung von Dr.
Woldemar Harleß, „Hülfsarbeiter am Kgl. Staatsarchiv", verzeichnet worden.(27) Harleß wurde in der Folge in den Provinzialdienst übernommen und betreute das
Archiv von 1856 bis 1868.(28) Beim Brand des Düsseldorfer Schlosses, des damaligen Sitzes des Provinziallandtages, im Jahre 1872 wurde das Archiv vollständig
gerettet und nunmehr in Räumlichkeiten des Hofgartenhauses eingelagert.(29) Die von Harleß erstellten Repertorien, Register der agierenden
Provinziallandtags-Mitglieder und Sachregister, bildeten mit ihrer Reihung einen Grundstock für die 1954-1957 erfolgte Bearbeitung eines maschinenschriftlichen
Repertoriums, ihre Abfolge wurde bei der Duchsignierung des Bestandes und der Vergabe der Nummern 1143-1266 für die hier interessierenden Komplexe I B 9, c:
Allgemeine Versorgungsanstalt, e: Irrenanstalt Siegburg und f: Anstalt für unheilbare Irre Düsseldorf des 1957er Repertoriums (vgl. unten) beibehalten, so dass
diese ersten Findmittel noch heute benutzbar sind.(30)

2. Die Akten des Referates Erweiterte Armenpflege mit den Signaturen 4099-4222bildeten den
Klassifikationspunkt V D 9, „Anstalten für Geisteskranke, Anstaltsfürsorge" des o.g. Repertoriums. Sie sind 1937 in das „Archiv der rheinischen
Provinzialverwaltung", welches erstmalig durch Verfügung vom 28.6.1938 (31) wieder als Organisationseinheit erwähnt wird, gelangt und wurden von Dr. Pansch und
seinen Mitarbeitern geordnet und kartoniert. Die erschließende Kartei wurde ebenfalls 1953-1957 zu Rate gezogen, sie ist noch, nunmehr ebenfalls als Archivale,
überliefert.

3. Akten des „Psychiatriereferates", organisiert als Abschnitt IX: „Provinzial- Irrenanstalten", entstammen der selben Großabgabe und sind
im Signaturbereich 7890-8069 angesiedelt.

4. Abgabe von 1959
Anlässlich des Umzugs der Zentralverwaltung von Düsseldorf in das neu erbaute
Landeshaus in Köln-Deutz war durch Rundschreiben der Organisationsabteilung vom 04.08.1958,Gz I l a 0-031-01/2 eine Sichtung der Altregistraturen und
Aussonderung des verzichtbaren Registraturgutes angeordnet worden. Hierauf wurden vom Leiter der Gesundheitsabteilung mit Schreiben vom 25.5.1959, Gz 8-64-
673/S, 127 archivwürdige Aktenbände ausgewählt und, in einer Abgabeliste erschlossen, zur Überführung in das Archiv übergeben. In der Folge gerieten sie jedoch
im Gewahrsam der für zuständig erklärten OE 9 in Vergessenheit und wurden, mit Abgaben anderer Organisationseinheiten vermischt, zwar in dem für das Archivgut
reservierten Raum der „Dunkelzone" des Landeshauses eingelagert, aber weder kartoniert noch erschlossen oder sonst wie der Benutzung zugänglich gemacht. Erst
1985 wurde die Erschließung der mittlerweile entstandenen Gemengelage, die über Einlegestreifen ..signiert" war. in Angriff genommen. Eine fertig gestellte
Liste zeigte jedoch, da die archivischen Prinzipien der Bestandsbildung und Grundsätze der Klassifikation außer Acht gelassen worden waren, derartig gravierende
Mängel, dass nicht von einer Benutzbarkeit des Bestandes die Rede sein konnte. Der Komplex wurde dementsprechend 1987-1988 neu verzeichnet und erhielt
Springnummern zwischen 13041 und 15236. Abgerundet werden diese Hauptschichten durch verschiedene kleinere Abgaben z.T. neueren Datums, wie z.B. der Bände 16966
bis 16969 zur „Euthanasie" in der Rheinprovinz.

Schriftgutverluste
Regelmäßig wurden von der Organisationsabteilung die Fachabteilungen zur
Überprüfung ihres Registraturgutes aufgefordert,(32) von diesen Aktenaussonderungen ist die Vernichtungsaktion von 1889 von großer Bedeutung, da in ihr
bedeutsame Akten zur Anstalt Siegburg (33) mit Laufzeiten z.T. in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vernichtet wurden. Beispielhaft für die bürokratische
Genauigkeit der Abläufe sei die außergewöhnlich ergiebige Aussonderung von 1911 genannt, welche sowohl in ALVR 3141 (aus der Sicht des Organisationsreferates)
als auch in ALVR 4131 (Akte des Fachreferates) detailliert überliefert ist. Die veranlassende Verfügung vom Dezember 1910, von Landeshauptmann von Renvers
persönlich ausgefertigt, forderte alle Referate und Abteilungen der Zentralverwaltung auf, anlässlich der „Übersiedelung nach dem neuen Landeshause"
überflüssige Akten zur Vernichtung auszusondern. Sie schließt mit der Weisung, das aufzustellende Verzeichnis „mit dem Vermerk zu versehen, daß unter den
aufgeführten Gegenständen sich nichts befindet, was der ferneren Aufbewahrung wert ist", überlässt der Fachabteilung also die uneingeschränkte
Bewertungskompetenz. Hierauf wurden im März 1911 insgesamt 15714 Einzelfallakten und 243 „Generalakten" (i. d. R. zur Rechnungsverwaltung und statistischen
Angelegenheiten) aus den hier interessierenden Referaten zur Aussonderung und Einstampfung übergeben. Die Gesamtaktion entlastete die Registraturen von 31274 Kg
Akten, Abfallpapier, Zeichnungen und Zeitungen und brachte der Provinzialverwaltung über den Verkauf an eine Papierfabrik in Düsseldorf einen Reinertrag von M
1702,38.(34)

Über das Jahr 1926 hinaus sind keine definitiven Aussagen über Kassationen möglich, da die entsprechenden Unterlagen fehlen. Es steht zu
vermuten, das im Rahmen der Zwangsbewirtschaftung von Papier etc. und der kriegsbedingten Rohstoffknappheit gezielte „Recyclingaktionen" vorgenommen wurden.
Diese griffen jedoch nicht die Kernstücke der Registratur an, welche bis 1959 erhalten geblieben waren. Denn neben der oben beschriebenen Abgabe von 127
Aktenbänden an das Archiv wurden 1959 insgesamt 866 für die Rheinische Psychiatrie einschlägige Akten vernichtet. Nach welchen Kriterien die
Gesundheitsabteilung über den Wert ihrer Akten entschied, ist nicht nachvollziehbar. Bei einer Analyse der akribisch genauen Vernichtungsliste hat kein
Erklärungsansatz Bestand. Zur Erläuterung seien einige Positionen des Aussonderungsprotokolls zitiert:
Pos. Betreff Laufzeit
II 4 Monatsberichte der
offenen Fürsorge 1926 – 1938
II 8 Überführung in auswärtige Anstalten 1929 - 1951
II 9 Mißhandlung von Kranken 1891 – 1931
II 10 Besondere
Vorkommnisse, Entweichungen, 1912 - 1954
Selbstmorde
II 17 Gerichtliche Einweisung von Gewohnheits-verbrechern 1901 - 1954
IV 4 Abgabe von Leichen
an anatomische Institute 1931 - 1945
V 3 Unfallverhütung, Bewachung 1936 - 1946
VI 7 Konferenzen der Anstaltsdezernenten 1929 - 1940VI 12 Räumung von
Provinzial-Anstalten 1939 - 1946IX 4 Provinzial-Anstalten: Allgemeiner Schrift- 1925 - 1949wechsel, Besichtigung, besondere Vorkommnisse

Dass die OE
bis in die ’80er Jahre Probleme mit den heiklen Bereichen ihrer Registraturhatte, zeigt sich an den bereits erwähnten Akten zur „Euthanasie“: sie waren geführt
mitBezeichnungen „Vertraulich" und „Geheim", jedoch nicht mit VS-Tagebuchnummernverwaltet.
Erschließungsmethodik. Bearbeitungshinweise
Die
Neuverzeichnung des Bestandes ist aus einer Vielzahl von Gründen notwendig geworden. Zum einen waren die Nachlieferungen zu integrieren, zum anderen schreibt
der Autor des 1957 fertig gestellten dreibändigen Gesamtrepertoriums in seiner Einleitung, dass die Klassifikation „gewisse Nachteile für die rasche
Auffindbarkeit zeigt, die in der nicht ganz einheitlichen Abfolge der Abteilungen begründet sind". Hiermit untertrieb er keineswegs, ging jedoch am eigentlichen
Problem, der Unschärfe der Titelbildung und der fehlenden Erschließungstiefe, vorbei. Das alte Repertorium hat wenig mehr Qualität als eine Abschrift der
Aktendeckel bieten kann: erläuternde Vermerke vermisst der Benutzer ebenso wie korrekte Laufzeitaufnahmen (z.B. ALVR 1181, alter Titel: Irrenanstalt zu
Düsseldorf, Bd 1: 1837; neuer Titel: Erstattung der Besoldung für den kommissarischen Leiter der Departemental- Irrenanstalt Düsseldorf, Hauptmann von Syberg;
Laufzeit 1837-1839). Darüber hinaus wurde mit der Verzeichnung die Entnahme von ca. 100 Karten und Plänen aus den Akten verbunden, welche nunmehr
lagerungstechnisch sinnvoll untergebracht werden konnten.

Bei der Verzeichnung wurden die Müller’schen Richtlinien des Bundesarchivs in
einerabgewandelten Form angewandt, so dass „hierin"-Vermerke eine den Aktentitel ergänzende Information einleiten oder einen zwar durch den Titel abgedeckten,
in seiner Bedeutung jedoch besonders herausragenden Aspekt hervorheben. Die ebenfalls benutzten „enthält"-Vermerke haben letztendlich dieselbe Funktion, deuten
aber eine abschließende Aufzählung an. Die „in"-Vermerke für die Sammelbände der Serie „Beleganstalten" wurden benutzt, um die Reihung nach Ortsalphabet
durchhalten zu können; ohne sie wäre es zu zumindest zwei alphabetischen Teilserien, und damit zu einer Erschwernis für die Benutzung, gekommen. Zudem ist die
Aktenführung in dieser Serie derart inkonsequent, dass keine andere effektive Möglichkeit bestand, die Informationen zu einer Anstalt
zusammenzuführen.

Bei der Registererstellung wurden Nennungen von natürlichen Personen in der Reihenfolge Name, Vorname, Titel in das Namensregister
aufgenommen, während bei den juristischen Personen differenziert wurde. Die Mehrzahl der Einträge, nämlich die der PHP’s bzw. Beleganstalten, erfolgte im
Ortsregister, d.h. unter dem Standort, mit erläuterndem Stichwort. So sollte eine Häufung von Eintragungen z.B. unter „St. Josefshaus" vermieden werden. Vereine
etc. sind unter der Nominativnennung im Namensregister zu suchen, Buch/Aufsatztitel oder Ausstellungen im Sachregister. Das Ortsregister wird, über die oben
beschriebene Zweckentfremdung zum „Standortregister" hinaus, quasi zu einem zweiten Sachregister. Eintragungen in letzteres erfolgten nur spärlich; bei
Benutzungen soll die Klassifikation die Heranleitung an die Überlieferung übernehmen, der Zugriff über die Register eher die Ausnahme bilden. So erschien es
z.B. nicht als sinnvoll, „Erbbiologische Arbeiten" in das Register aufzunehmen sofern die Akten dem einschlägigen Klassifikationspunkt zugehören.
Die
Klassifikation wurde frei, d.h. außer dem Provenienzprinzip ohne Anlehnung an vor-gegebene Strukturen, entwickelt, wobei die Trennung in „Innerer Dienst" und
„Aufgabenerledigung" die einzige Vorgabe darstellte. Ausgehend von den dadurch entstandenen Bereichen wurden sachlich zusammengehörende Aspekte, soweit möglich,
in ein sachlich -chronologisches Gefälle gebracht, welches vom Allgemeinen und Alten zum Speziellen und Jungen führt. Übergreifende bzw. wegen ihrer Komplexität
nicht eindeutig zuzuordnende Aspekte, wie z.B. ALVR 7901: „Direktorenkonferenzen", wurden in einem Sammelpunkt gereiht und dem Bestand
vorangestellt.

Diese zweite Auflage des Findbuches soll eine noch weitergehende Streuung in interessierten Kreisen ermöglichen. Darüber hinaus ist der
komplette Bestand zwischenzeitlich sicherungsverfilmt. Von diesen Mikrofilmen wurden Benutzungskopien angefertigt, so dass die Archivalien nur noch im
Ausnahmefall zur Benutzung vorgelegt werden; in der Regel erfolgt die Benutzung am Mikrofilm, was die Einbeziehung der Mikrofilmnummern in das Findbuch
erforderlich macht.

Quellenwert des Bestandes
Unbeschadet der oben beschriebenen Schriftgutverluste bietet der Bestand eine umfassende
Quellensammlung zu allen Aspekten der psychiatrischen Betreuung. Fällt z.B. der Klassifikationspunkt „Medizinische, therapeutische und seelsorgerische
Betreuung" an sich relativ dünn aus, so sind doch z. B in den Akten zu Besichtigungen fremder Anstalten (ALVR 7906-7907) oder über die Prozesse Mellage (ALVR
4139, 4186) und Feldmann (ALVR 7935-7937) wichtigste Informationen zur Genesis der „Rheinischen Psychiatrie" enthalten. Auch Verwaltungs- und Tätigkeitsberichte
oder die Bereisungsberichte bieten zusammenfassende Information hoher Qualität.
Ein gewisses numerisches Ungleichgewicht der Akten des „Inneren Dienstes"
(Personalverwaltung. Finanz- und Rechnungsverwaltung, Bauangelegenheiten) im Verhältnis zu den Akten der „Aufgabenerledigung" verkürzt die Betrachtungsweise:
soziale und therapeutische Wirklichkeit spiegelt sich auch in der Fluktuation des Pflegepersonals oder der Raumqualität und -größe, auf welcher ein Patient
seine Tage verbrachte. Der Bestand ist sowohl für psychiatriegeschichtliche als auch für sozial- und verwaltungsgeschichtliche Fragestellungen von immenser
Bedeutung.

3. Ergänzungsüberlieferungen
„Rheinische Psychiatrie" ist, entsprechend der Logik der Frage der Zuständigkeit, aufvielfältigen Ebenen
dokumentiert. Einen umfassenden oder gar abschließenden Verweiskatalog auf andere Archivträger zu erstellen hieße, die Grenzen einer Findbucheinleitung zu
sprengen und zu einem sachthematischen Inventar zu kommen.

Archiv des LVR
Höchstes Entscheidungsorgan der provinzialen kommunalen Selbstverwaltung
und mit einer Generalzuständigkeit versehen war der Provinziallandtag, der in dem Provinzialverwaltungsrat bzw. dem Provinzialausschuss über zuarbeitende
Gremien mit ebenso universellen Betätigungsfeldern verfügte. Dementsprechend findet sich in den Sitzungsprotokollen und Entscheidungsvorlagen dieser
parlamentarischen Gremien, natürlich in unterschiedlicher Intensität und Form, jeder Aspekt (z.B. Personalentscheidungen, Bau und Ausbau der PHP’s,
Pflegeverträge und Pflegekostenschlüssel, besondere Vorkommnisse etc.) überliefert. In den vom Provinzialausschuss dem Provinziallandtag erstatteten
Verwaltungsberichten (35) finden sich regelmäßig die Positionen „Anstalten für hilfsbedürftige Geisteskranke“, „Provinzial-Heil- und Pflegeanstalten",
„Finanzwesen" und „Hochbau", welche hier von Interesse sind. Inhaltlich ähnlich gelagert ist die Überlieferung der Spitze der Provinzialverwaltung: des
Landesdirektors bzw. Landeshauptmanns. Von den Konferenzen der Landesdirektoren Preußens über die Protokolle der Konferenzen der Oberbeamten zu den Sachakten
aus der Präsidialregistratur,(36) Personalangelegenheiten, seien es Anstellungen, Versetzungen, Besoldungsfragen oder auch Disziplinarangelegenheiten, finden
sich in den Akten der zuständigen Abteilung der Zentralverwaltung.(37) Die relativ vollständig vorhandenen Hauptetats, aufgestellt von der Finanzabteilung,(38)
beleuchten den finanziellen Spielraum der psychiatrischen Betreuung, während die nur äußerst unvollständigen Akten der Hochbauabteilung,(39) z. T. leider nur
schlaglichtartig. Aussagen zur Gebäudeausstattung, Energieversorgung, hygienischen Verhältnissen etc. erlauben. Über diese recht umfänglichen Bereiche hinaus
sind in kleineren Klassifikationspunkten des alten Findbuches Akten zur Mobilmachung 1914.(40) zu Besatzungsschäden (41) oder zu Pflegekostenberechnungen für
die PHPs Merzig für 1922-1935 (42) vorhanden.
Herausragende Bedeutung hat die Akte 8752, in welcher Berichte sämtlicher Provinzial-institute zu den
„Einwirkungen der Kriegsereignisse 1914 - 1918 auf das Anstaltsleben"überliefert sind. In dem auf Grund einer Weisung des Landeshauptmanns
eingerichteten„Kriegsarchiv" zum n. Weltkrieg finden sich Berichte über einige Bombenangriffe.(43) Akten der PHP’s selbst befinden sich nur in geringem Umfang
im ALVR, ein Teil war zur Einrichtung des „Archivs über die Rheinlandbesetzung" abgegeben worden.(44) Die Überlieferung der PHP Galkhausen wurde im ALVR
verzeichnet und restauriert, dann aber wieder nach Langenfeld überführt; die Akten der PHP Bedburg-Hau liegen dagegen im ALVR und wurden in einem eigenen
Findbuch erschlossen.

andere Archive (Auswahl)
Bundesarchiv, Koblenz: R 961, Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten; R 18;
Reichsinnenministerium (Gesundheitsabteilung); R 86, Reichsgesundheitsamt; R 36, Deutscher Gemeindetag; All. Proz. (Nürnberger Prozesse, Fall 1: Ärzteprozess);
NS 37, Hauptamt für Volkswohlfahrt der NSDAP.

Geheimes Staatsarchiv, Berlin: Repositur 77, Preußisches Ministerium des Innern; Rep 90, Preußisches
Staatsministerium; Rep. 191, Volkswohlfahrtsministerium sowie die Überlieferung des Statistischen Amtes und des
Gesundheitsamtes.

Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Bezirksregierungen Aachen (211), Düsseldorf (212) und Köln (214);
Bestandsgruppe 215: Landratsämter; Oberpräsidium der Nord-Rheinprovinz; Gliederungen der NSDAP, u.a. Gau Köln-Aachen (410.02) bzw.
Reichsverteidigungskommissare.

Landeshauptarchiv Koblenz: Bestände 403, Oberpräsidium der Rheinprovinz; 403 A, Der Oberpräsident als Landtagskommissar;
404, Rheinischer Provinzialrat; 407, Medizinalkollegium; 441 und 442, Bezirksregierungen Koblenz und Trier; 451 ff.. Landratsämter, u.a. 467, Kreuznach. 475,
Neuwied; 610ff. Stadtverwaltungen, u.a. 612, Andernach; 655, Bürgermeistereien, u.a. 655-14 Kastellaun; 662, Gliederungen der NSDAP; 584.1, Staatsanwaltschaft
Koblenz; 880. Rheinland-Pfälzisches Ministerium des Innern und für Sport.

Für die Provinz Westfalen: Staatsarchive Münster und Detmold sowie, als
Überlieferungsträger für die Westfälische Provinzialverwaltung, das Archiv des LV Westfalen-Lippe.

An kommunalen Archiven sei hier beispielhaft, wegen
der Zuständigkeit für den Dienstsitz der Zentralverwaltung, das Stadtarchiv Düsseldorf genannt: Abt. II, Allgemeine Verwaltungsakten 1815-1876 (mit: Registratur
1: Sektion VIII: Medizinalwesen, Sektion XIII:Gemeindeverwaltung, Statistik; Registratur 3: Armenverwaltung, Heil- und Erziehungsanstalten; Abt. III),
Allgemeine Verwaltungsakten 1876-1933 (mit: Registratur 2. Wohlfahrts- und Gesundheitsamt, Registratur 3, Polizeiverwaltung, u.a. Bevölkerungsstatistik,
Gesundheitspolizei, Registratur IV a, Kranken- und Unterstützungskassen); Abt IV, Allgemeine Verwaltungsakten ab 1933; Abt VII, Städtische Dienststellen, u.a.
Krankenanstalten; Abt. XXVII, Gesundheitsamt.

Zu den NS-Verbrechen im Bereich der Psychiatrie sollte außerdem die Zentrale Stelle der
Landesjustizverwaltungen (Postfach 1144, 71611 Ludwigsburg) konsultiert werden, welche über Kopien der einschlägigen Prozessakten
verfügt.


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Hoche, Alfred E.: Zur Frage der Zeugnisfähigkeit geistig abnormer Personen / vonA.
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Das Jacobifest in Siegburg : eine Erinnerung an die Feier des fünfzigjährigen Doctorjubiläums des Ober-Med.-Raths Dr. Jacobi am 21. 3.1847. - Siegburg:
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Paetz, Albrecht: Die Kolonisierung der Geisteskranken : in Verbindung mit dem
Offen-Tür-Sy

Bewertung, Vernichtung und Terminierung

Zuwächse

Ordnung und Klassifikation

Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland (Archivtektonik) >> Archivgut eigener Herkunft, im eigenen Archiv >> Zentralverwaltung 1888-1945 >> Psychiatrie und Erweiterte Armenpflege

Bedingungen des Zugriffs- und Benutzungsbereichs

Benutzungsbedingungen

Reproduktionsbedingungen

In der Verzeichnungseinheit enthaltene Sprache

Schrift in den Unterlagen

Anmerkungen zu Sprache und Schrift

deutsch

Physische Beschaffenheit und technische Anforderungen

Bereich Sachverwandte Unterlagen

Existenz und Aufbewahrungsort von Originalen

Existenz und Aufbewahrungsort von Kopien

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