Tektonik G - German Records

Bereich "Identifikation"

Signatur

G

Titel

German Records

Datum/Laufzeit

Erschließungsstufe

Tektonik

Umfang und Medium

Bereich "Kontext"

Bestandsgeschichte

(Auszug aus: Das Deutsch-Ostafrika-Archiv : Inventar d. Abt. 'German Records' im Nationalarchiv d. Vereinigten Republik Tansania, Dar-es-Salaam / bearb. im Auftr. d. Archivschule Marburg von Eckhart G. Franz u. Peter Geissler in Verbindung mit d. National Archives of Tanzania, Vol. 1 1973 )

Gründung des Nationalarchivs 1963
Tanganyika wurde im Dezember 1961 unabhängige Republik im Verband des britischen Commonwealth und vereinigte sich am 26.4.1964 mit Zanzibar zur nunmehrigen "United Republik of Tanzania". Ein erster Schritt zur Schaffung eines zentralen Staatsarchivs in Dar-es-Salaam erfolgte mit der Bewilligung entsprechender Haushaltsmittel durch das erste Tanganyika-Parlament im Juni 1962. Auf Grund eines von der amerikanischen Doktorandin Marcia Wright erstatteten Berichts konnte im Folgejahr der britische Archivar Jeffery Ede als erster Government Archivist mit dem von der UNESCO geförderten Aufbau des Nationalarchivs beginnen, das unter seinem Nachfolger Michael Cook mit der "National Archives Act" vom 28.8.1965 die notwendige gesetzliche Grundlage erhielt. Das bereits seit Mitte der 1950er Jahre bestehende Regierungsarchiv in Zanzibar, das unter anderem die für die Frühzeit Deutsch-Ostafrika wichtigen Akten des ehemaligen deutschen Generalkonsulats verwahrt, blieb von der Gründung der "National Archives of Tanzania" unberührt.

Obernahme der deutschen Akten
Nachdem schon Marcia Wright auf die auf die Problematik der deutschen Aktenüberlieferung für Tanganyika hingewiesen hatte, konnte J.R. Ede nach Begründung des Nationalarchivs große Teile des im Land Office verwahrten Materials übernehmen, wenngleich sie aus Raumgründen im bisherigen Aktenraum verbleiben mußten. Gleichzeitig wurden die in den Vorjahren an die verschiedenen Fachverwaltungen abgegebenen Akten zurückgefordert. Die anhand der früheren Abgabelisten festgestellten Verluste waren im ganzen gering. Eine Reihe zunächst nicht erfaßbarer Bände wurden später nachgeliefert. Größere Abgaben kamen vor allem vom Gericht sowie von der Forst- und Eisenbahnverwaltung (East African Railways and Harbours), die auch die erhaltenen Akten der einstigen Eisenbahnkommissariate ablieferte.
Außerhalb der Hauptstadt wurden lediglich an den einstigen Bezirksamtssitzen Kilwa und Lushoto (Wilhelmstal) noch Reste deutschen Schriftguts ermittelt und
sichergestellt.
Für eine erste Ordnung des so zusammengetragenen deutschen Aktenmaterials gewann das Nationalarchiv im Frühjahr 1964 die Unterstützung des Hamburger Doktoranden Reinhard Spilker, der die bis dahin ermittelten Akten des deutschen Gouvernements in Dar-es-Salaam anhand des erhaltenen Aktenverzeichnisses von 1901 in ihre ursprüngliche Registraturordnung brachte und in
einer Kontrolliste erfaßte. Weitere Verzeichnungsversuche deutscher Studenten und Entwicklungshelfer waren wegen Fehlens einer sachgerechten Anleitung unergiebig.

Deutsches Hilfsprogramm
Auf Grund eines Gesuchs der tansanischen Regierung vom Sommer 1966 erklärte sich das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland bereit, im Rahmen des bestehenden "Abkommens über technische Zusammenarbeit" personelle und technische Unterstützung für die Organisation der Abteilung Deutsche Akten des Nationalarchivs zu gewähren. Die Durchführung eines entsprechenden Hilfsprogramms wurde der Archivschule Marburg Institut für Archivwissenschaft übertragen. Zur Erfassung, Ordnung und Verzeichnung der erhaltenen deutschen Akten wurde Archivinspektor Peter Geißler vom Hessischen Staatsarchiv Marburg im Juni 1967 für 2 Jahre nach Dar-es-Salaam entsandt. Vorbereitung und Abschluß des Verzeichnungsprogramms wie die Bearbeitung des gleichlaufend betriebenen technischen Hilfsprogramms waren Archivrat Dr. Eckhart 6. Franz übertragen, der 1967 und 1969 jeweils 6 Wochen in Dar-es-Salaam tätig war.

Erfassung und Unterbringung der Akten
Ziel der Arbeit war die Ordnung und Erschließung aller in Tansania erhaltenen deutschen Verwaltungsakten, für die ein zusammenfassendes Inventar erstellt werden sollte. Hierzu mußte zu Beginn der Arbeit zunächst sichergestellt werden, daß neben den bereits dem Nationnalarchiv übergebenen Akten auch die wegen ihrer Bedeutung für die Neubearbeitung der Landregister noch
in der Verwahrung der Lands Registry verbliebenen Akten in die Verzeichnung einbezogen werden konnten.
Der " Registrar of Titles” und seine Mitarbeiter haben einer einheitlichen Verzeichnung und Signierung der deutschen Aktenüberlieferung bei Fortdauer der getrennten Lagerung zugestimmt, zumal die weitere Verwendbarkeit der seitherigen Findmittel durch die Erstellung einer Nummern-Konkordanz Sichergestellt wurde. Aus dem unzulänglichen Aktenraum hinter dem vormaligen deutschen Gouvernements-Gebäude wurden die dem Nationalarchiv zustehenden Akten schon zu Beginn der Arbeit in einen trockenen Aktenkeller des Erziehungs-Ministeriums verbracht. Die der Lands Registry konnten später in ein klimatisiertes Aktenmagazin im Neubau des Land Ministeriums (Ardhi Building) überführt werden, das
auch die vorher von der "Survey Division" des Ministeriums verwahrten deutschen Vermessungsakten aufnahm. Überschneidungen der verschiedenen Abteilungen konnten im Laufe der Arbeit z.T. bereinigt werden. Sämtliche Akten sind heute gleichmäßig signiert und kartoniert.
Die in der Lands Registry verbliebenen Akten werden vom zuständigen Archivar des Nationalarchivs mitbetreut und stehen der wissenschaftlichen Forschung im Rahmen der Benutzungsbestimmungen des Nationalarchivs zur Verfügung.

Aufbau der Archiv-Abteilung "German Records”
Die Aufstellung der zu formierenden Abteilung G (German Records) erfolgte nach Provenienzgesichtspunkten, zumal die Gouvernements- und Gerichtsakten bereits weitgehend provenienzmäßig gegliedert waren. Die nicht konsequent durchgeführte Pertinenzgliederung der Landakten bot keine brauchbare Ordnungsgrundlage. Die nach Überprufung der Provenienz-Verhältnisse entworfene Bestandsgliederung sah in der |. Gruppe für jede Teilregistratur des Gouvernements einen eigenen Teilbestand (Record Group) vor, eine Lösung, die sich mit der Anlehnung des Registraturplans von 1901 an die damalige Geschäftsgliederung der Zentralverwaltung anzubieten schien. Fur die Gerichtsakten wurden parallel zu den Beständen für die Verwaltungs- und Prozeßakten der 5 Bezirksgerichte jeweils besondere Teilbestände für Grundbücher und Grundbuch- bzw. Landregistersachen vorgesehen. Trotz der sehr unterschiedlichen Überlieferung wurde für jede Bezirksverwaltung ein eigener Bestand eingerichtet. Selbständige Provenienzbestände bilden auch die Akten der Vermessungsämter. Splitterbestände wie die Akten der Bezirksnebenstellen und Militärposten oder der unteren Forst- und Zollbehörden wurden zu Gruppenprovenienzen zusammengefaßt.
Entsprechend ergaben sich auch im Bereich des nicht oder halbstaatlichen Archivguts neben den Einzelbeständen für die beiden Eisenbahn-Gesellschaften und die Ostafrikanische Landgesellschaft kleinere Sammelbestände für sonstige Gesellschaften und Pflanzungen, Rechtsanwälte und NS-Organisationen.

Abgebende Stelle

Bereich "Inhalt und innere Ordnung"

Eingrenzung und Inhalt

(Auszug aus: Das Deutsch-Ostafrika-Archiv ... Vol. 1 1973 )

"Bestandsübersicht
Eine Zusammenstellung der gebildeten Bestände und Teilbestande mit Angabe der belegten Nummern ergibt folgendes Bild:

G 1 - 15 Gouvernement Deutsch-Ostafrika
G 1 Allgemeine Verwaltung, Zentralbüro (1-198)
G 2 Verwaltungssachen der Schutztruppe (1-13)
G 3 Finanz-Abteilung (1-107)
G 4 Kommunal-Referat (1-125)
G 5 Medizinal-Abteilung (1-38)
G 6 Flottille (1-42)
G 7 Bau-Abteilung (1-280)
G 8 Kultur-Abteilung (1-915)
G 9 Missions- und Schul-Referat (1-89)
G 10 Personalakten (1-8)
G 11 Obergericht (1-5)
G 12 Eisenbahn-Abteilung (1-248)
G 13 Personalakten Unterpersonal (1-2)
G 14 Polizei-Inspektion (1-10)
G 15 Landkommissions-Verhandlungen (1-810)
G 16 - 18 Sonstige zentrale Dienststellen
G 16 Kommando der Schutztruppe (1-13)
G 17 Eisenbahnkommissare (1-162)
G 18 Staatliche Bauaufsicht der Eisenbahnen (1-10)

G 21 - 30 Bezirksgerichte
G 21 Bezirksgericht Dar-es-Salaam (1-1318)
G 22 Desgl., Grundbuch und Landregister (1-312, 391-529)
G 23 Bezirksgericht Bagamoyo/Tanga (1-354)
G 24 Desgl., Grundbuch und Landregister (1-392)
G 25 Bezirksgericht Muansa (1)
G 26 Desgl., Landregister (1-4)
G 27 Bezirksgericht Tabora (1-153)
G 28 Desgl., Landregister (1-27)
G 29 Bezirksgericht Moschi (1-7)
G 30 Desgl., Landregister (-)

G 31 - 55 Bezirksämter und Residenturen
G 31 Bezirksamt Aruscha (1-202)
G 32 Bezirksamt Bagamoyo (1-57)
G 33 Bezirksamt Bismarckburg (1-26)
G 34 Residentur Bukoba (1-24)
G 35 Bezirksamt Dar-es-Salaam (1-81)
G 36 Bezirksamt Dodoma/Mpapua (1-44)
G 37 Militärbezirk Iringa (1-5)
G 38 Bezirksamt Kilwa (1-25)
G 39 Bezirksamt Kondoa-Irangi (1-3)
G 40 Bezirksamt Langenburg (1-61)
G 41 Bezirksamt Lindi/Mikindani (1-3)
G 42 Militärbezirk Mahenge (1-3)
G 43 Bezirksamt Morogoro/Kilossa (1-82)
G 44 Bezirksamt Moschi (1-77)
G 45 Bezirksamt Muansa (1-59)
G 46 Bezirksamt Pangani (1-57)
G 47 Residentur Ruanda (-)
G 48 Bezirksamt Rufiyi (1-4)
G 49 Bezirksamt Ssongea (1-13)
G 50 Bezirksamt Tabora (1-67)
G 51 Bezirksamt Tanga (1-227)
G 52 Bezirksamt Udjidji (1-5)
G 53 Residentur Urundi (1)
G 54 Bezirksamt Wilhelmstal (1-484)
G 55 Bezirksnebenstellen und Militärstationen (1-69)

G 56 Kommunalverbände (1-14)

G 57 - 65 Fachverwaltungen
G 57 Landwirtschaftliche Institute und Kulturstationen: Amani, Kwai (1-3)
G 58 Forstämter und Forststationen (1-10]1)
G 59 Zollämter und Zollstationen (1-7)
G 60 - 64 Vermessungsämter
G 60 Vermessungsburo Tanga (1-341)
G 60a Vermessungsburo Wilhelmstal (1-215)
G 61 Vermessungsbüro Moschi (1-104)
G 62 Vermessungsburo Dar-es-Salaam (1-19)
G 63 Vermessungsbüro Morogoro (1-195)
G 64 Vermessungsbüro Tabora (1-8)
G 65 Konsulate: Zanzibar, Nairobi (1-4)

G 66 - 72 Nichtstaatliche Bestände
G 66 Eisenbahn-Gesellschaft für Ostafrika (Usambara-Bahn) (1-2)
G 67 Ostafrikanische Eisenbahn-Gesellschaft O.A.E.G. (Zentralbahn) (1-50)
G 68 Ostafrikanische Land-Gesellschaft O.A.L.G. (1-56)
G 69 Private Gesellschaften und Plantagen (1-29)
G 70 Rechtsanwälte (1-17)
G 71 NS-Organisationen (1-3)
G 72 Carl-Peters-Denkmal-Kommittee (1)

Auffallig ist hier neben der ungleichmäßigen Überlieferung der Bezirksamter und Gerichte das fast vollige Fehlen der Schutztruppen-Akten und der durch nachträgliche Kassation bewirkte Ausfall der Personalakten.
"

Bewertung, Vernichtung und Terminierung

Zuwächse

Ordnung und Klassifikation

(Auszug aus: Das Deutsch-Ostafrika-Archiv ... Vol. 1 1973 )

"Verzeichnungstechnik
Innerhalb der so gebildeten, fortlaufend numerierten Bestände wurden die einzelnen Akteneinheiten nach Anfall durchnummeriert, wobei bestehende ältere Ordnungs-Zusammenhänge soweit möglich berücksichtigt wurden. Die zunächst in Karteiform angelegte Verzeichnung geschah nach Inhalt und Wert der Akten mit unterschiedlicher Intensität. Eine zureichende
Erschließung der betreffmäßig zumeist relativ weit gefaßten Aktenbände des Gouvernements machte über die bloße Titelaufnahme hinaus umfängliche Enthältvermerke notwendig, die sich nur zZ. T. auf die vorhandenen oder im Zuge eines früheren Verzeichnungsprojekts ergänzten Inhaltsverzeichnisse (Rotuli) stützen konnte. Für andere Aktengruppen, die Einzelfallakten der Landkommissionsverhandlungen, Waldreservatsoder Schurffeld-Akten, genügte der Aktentitel; bei den Zivilakten der Bezirksgerichte (Schuldforderungen, Mahnsachen) erfolgte z.T. auch eine gruppenweise Zusammenfassung der zahlreichen Einzelsachen. Die rein ziffernmaßigen Signaturen setzen sich aus Bestandsnummer und laufender Nummer im Bestand zusammen (G 3/104, G 21/1224)."

Bedingungen des Zugriffs- und Benutzungsbereichs

Benutzungsbedingungen

Reproduktionsbedingungen

In der Verzeichnungseinheit enthaltene Sprache

Schrift in den Unterlagen

Anmerkungen zu Sprache und Schrift

deutsch

Physische Beschaffenheit und technische Anforderungen

Findmittel

Bereich Sachverwandte Unterlagen

Existenz und Aufbewahrungsort von Originalen

Existenz und Aufbewahrungsort von Kopien

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Beschreibungen

Bereich "Anmerkungen"

Alternative Identifikatoren/Signaturen

Zugriffspunkte

Zugriffspunkte (Thema)

Zugriffspunkte (Name)

Zugriffspunkte (Genre)

Bereich "Beschreibungskontrolle"

Identifikator "Beschreibung"

Archivcode

Benutzte Regeln und/oder Konventionen

Status

Erschließungstiefe

Daten der Bestandsbildung, Überprüfung, Löschung/Kassierung

Sprache(n)

Schrift(en)

Quellen

Bereich Zugang