Bestand BArch, R 55 - Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bestand)

Bereich "Identifikation"

Signatur

BArch, R 55

Titel

Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bestand)

Datum/Laufzeit

  • 1920-1945 (Anlage)

Erschließungsstufe

Bestand

Umfang und Medium

10431 Aufbewahrungseinheiten

Bereich "Kontext"

Archiv

Bestandsgeschichte

Abgebende Stelle

Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Promi), 1933-1945

Bereich "Inhalt und innere Ordnung"

Eingrenzung und Inhalt

Geschichte des Bestandsbildners:

Joseph Goebbels, der bereits seit 1929 Reichspropagandaleiter der NSDAP war, hatte mit Sicherheit bereits vor der Machtergreifung Pläne für ein Propagandaministerium entwickelt.(1) Das Reichskabinett befasste sich am 11. März 1933 mit der Schaffung des Ministeriums, wobei die Argumente für die Gründung, die der Reichskanzler (Hitler) selbst vortrug, ex post ausgesprochen harmlos und fern der künftigen Realitäten klingen:

"Eine der vorwiegenden Aufgaben dieses Ministeriums würde die Vorbereitung wichtiger Regierungshandlungen sein. Bei der das Kabinett jetzt beschäftigenden Öl- und Fettfrage z. B. müsste eine Aufklärung des Volkes in der Richtung geschehen, dass der Bauer zu Grunde gehen würde, wenn nicht für die Verbesserung des Absatzes seiner Erzeugnisse etwas geschehen würde. Auf die Wichtigkeit dieser Angelegenheit auch für die Kriegsmaßnahmen müsste hingewiesen werden ..." Die Regierungsmaßnahmen würden erst dann einsetzen, wenn die Aufklärungsarbeit eine gewisse Zeit stattgefunden und gewirkt hätte. ..."(2)

Um wie viel deutlicher beschrieb dagegen Goebbels am 16. März 1933 in bemerkenswerter Offenheit drei Tage nach seiner Ernennung vor Pressevertretern programmatisch die künftigen Aufgaben seines Ministeriums: "Wenn diese Regierung nun entschlossen ist, niemals mehr zu weichen, niemals und unter keinen Umständen, dann braucht sie sich nicht der toten Macht der Bajonette zu bedienen, dann wird sie auf die Dauer nicht damit zufrieden sein können, 52 Prozent hinter sich zu wissen ..., sondern sie wird ihre nächste Aufgabe darin sehen müssen, die übrig bleibenden 48 Prozent für sich zu gewinnen. Das geht nicht allein durch sachliche Arbeit". Und über das Wesen seiner Propaganda verkündete er: "Über die Methoden einer Propaganda kann nicht irgendein Ästhet urteilen. Ein bindendes Urteil kann nur auf der Grundlage des Erfolges abgegeben werden. Denn Propaganda ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck".(3)

Ein zaghafter Versuch Hugenbergs, in der Kabinettssitzung vom 11. März 1933 den Beschluss über die Errichtung des Propagandaministeriums wenigstens hinauszuzögern, scheiterte kläglich. Bereits am 13. März 1933 wurde das Gesetz über die Errichtung des RMVP vom Reichspräsidenten unterzeichnet und der "Schriftsteller" Dr. Goebbels zum Minister ernannt.(4) Knapp drei Wochen später, am 5. April 1933, vermerkte Goebbels in seinem Tagebuch: "Die Organisation des Ministeriums ist fertig".(5)

In schwierigen Verhandlungen(6) mit den Ressorts, die Teile ihrer Kompetenzen an das neue Ministerium abzutreten hatten, wurden die Zuständigkeiten im Einzelnen festgelegt. Sie wurden mit der VO über die Aufgaben des RMVP vom 30. Juni 1933 verkündet, deren wesentliche Bestimmungen lauteten:

"Der RMVP ist zuständig für alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, der Werbung für Staat, Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit über sie und der Verwaltung aller diesen Zwecken dienenden Einrichtungen.

Demzufolge gehen auf den Geschäftsbereich des RMVP über:

1. Aus dem Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes:

Nachrichtenwesen und Aufklärung im Auslande, Kunst, Kunstausstellungen, Film- und Sportwesen im Auslande.

2. Aus dem Geschäftsbereich des RMI:

Allgemeine innenpolitische Aufklärung, Hochschule für Politik, Einführung und Begehung von nationalen Feiertagen und Begehung von nationalen Feiertagen unter Beteiligung des RMI, Presse (mit Institut für Zeitungswissenschaft), Rundfunk, Nationalhymne, Deutsche Bücherei in Leipzig, Kunst (jedoch ohne kunsthistorisches Institut in Florenz, Urheberrechtsschutz für Werke der Literatur und Kunst, Verzeichnis der national wertvollen Kunstwerke, Deutsch-Österreichisches Übereinkommen über Kunstausfuhr, Schutz der Kunstwerke und Denkmäler, Schutz und Pflege der Landschaft und der Naturdenkmäler, Naturschutzparke, Erhaltung von Bauwerken besonderer geschichtlicher Bedeutung, Erhaltung der Nationaldenkmäler, Verband Deutscher Vereine für Volkskunde, Reichsehrenmal), Musikpflege, einschließlich des Philharmonischen Orchesters, Theaterangelegenheiten, Lichtspielwesen, Bekämpfung von Schund und Schmutz

3. Aus dem Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministeriums und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft:

Wirtschaftswerbung, Ausstellung-, Messe- und Reklamewesen

4. Aus den Geschäftsbereichen des Reichspostministeriums und des Reichsverkehrsministeriums:

Verkehrswerbung

Aus dem Geschäftsbereich des Reichspostministeriums gehen ferner alle bisher dort bearbeiteten Rundfunkangelegenheiten über, soweit sie nicht die technische Verwaltung außerhalb der Häuser der Reichsrundfunkgesellschaft und der Rundfunkgesellschaften betreffen. In Angelegenheiten der technischen Verwaltung ist der RMVP so weit zu beteiligen, als es die Durchführung seiner eigenen Aufgaben notwendig macht, vor allem bei der Festsetzung der Verleihungsbedingungen für Rundfunkanlagen und der Gebührenregelung. Auf den RMVP geht insonderheit die Vertretung des Reiches in der Reichsrundfunkgesellschaft und den Rundfunkgesellschaften in vollem Umfang über.

Auf den bezeichneten Gebieten ist der RMVP für alle Aufgaben einschließlich der Gesetzgebung federführend. Für die Beteiligung der übrigen Reichsminister gelten die allgemeinen Grundsätze." (RGBl. 1933 I, S. 449)

Diese Kompetenzen wurden durch sieben Abteilungen wahrgenommen, so dass der Geschäftsverteilungsplan vom 1. Okt. 1933 (7) folgendes Bild zeigt:

Ministerbüro (mit fünf Mitarbeitern), dem Minister unmittelbar unterstellt.

Staatssekretär, zugleich Pressechef der Reichsregierung

I. Verwaltung und Recht mit einem Hauptbüro Verwaltung, drei Referaten sowie der Registratur

II. Propaganda mit 10 Referaten

1. Positive Weltanschauungspropaganda, Formgebung im staatlichen Leben, Pressephotographie

2. Judenfrage, Stiftung für Opfer der Arbeit, Versailler Vertrag, nationale Literatur, Verlagswesen usw.

3. Kundgebungen und Landesorganisation

4. Gegnerische Weltanschauungen

5. Deutsche Hochschule für Politik

6. Jugend- und Sportfragen

7. Wirtschafts- und Sozialpolitik

8. Agrar- und Ostfragen

9. Verkehrswesen

10. Volksgesundheit

III. Rundfunk mit drei Referaten

1. Rundfunkwesen

2. Politische und kulturelle Angelegenheiten des Rundfunks

3. Organisations- und Verwaltungsfragen des deutschen Rundfunks

IV. Presse, gleichzeitig Presseabteilung der Reichsregierung mit elf Referaten

V. Film mit drei Referaten

VI. Theater, Musik und Kunst mit drei Referaten

VII. Abwehr (Lügenabwehr im In- und Ausland) mit acht Referaten

Goebbels war mit der Amtsbezeichnung seines Ministeriums offenbar nicht zufrieden. Die umfangreichen Aufgaben auf den Gebieten der Kultur und der Künste kamen darin nicht zur Geltung und das Wort Propaganda hatte, dessen war er sich bewusst, einen "bitteren Beigeschmack" (8). Sein Vorschlag, sein Ressort in "Reichsministerium für Kultur und Volksaufklärung" umzubenennen, stieß jedoch bei Hitler auf Ablehnung. (9)

Im Juli 1933 wurden die Reichsstatthalter in einem Runderlass des Reichskanzlers auf die alleinige Zuständigkeit des Reiches, bzw. des neuen Ministeriums für o.g. Kompetenzen hingewiesen und aufgefordert, etwa vorhandene Haushaltsmittel und Dienststellen der Länder an das RMVP abzutreten. (10) Zugleich wurden als Unterbau des Ministeriums 13 Landesstellen, deren Sprengel etwa denen der Landesarbeitsämter entsprachen, und 18 Reichspropagandastellen errichtet, die das Gebiet der Landesstellen nochmals unterteilten. Nachdem die Reichspropagandastellen bereits nach kurzer Zeit (ca. 1934) zu Landesstellen umgewandelt wurden, befand sich in jedem Gau der NSDAP eine Landesstelle des RMVP. Deren Leiter waren in Personalunion zugleich Leiter der Gaupropagandaleitungen der NSDAP, die in ihrer Spitze, der Reichspropagandaleitung ebenfalls durch Goebbels in Personalunion wahrgenommen wurde. (11) Folglich waren Loyalitätskonflikte der Gaupropagandaleiter/Leiter der Landesstellen des RMVP bei Auseinandersetzungen zwischen Goebbels und einzelnen Gauleitern unvermeidbar. Der Theorie nach sollten die Landesstellen die im Ministerium getroffenen politischen Entscheidungen in den einzelnen Gauen überwachen und durchführen, in der Praxis waren deren Leiter durch die o.g. Personalunion jedoch häufig mehr von ihrem jeweiligen Gauleiter abhängig als vom Ministerium. Durch Führererlass vom 9. Sept. 1937 (RGBl. 1937 I, S. 1009) wurden die Landesstellen in Reichspropagandaämter umbenannt und zu Reichsbehörden erhoben.

Nach der Eingliederung Österreichs gab es insgesamt nicht weniger als 42 Reichspropagandaämter mit 1400 hauptamtlichen Mitarbeitern. (12)

Neben den Landesstellen bzw. Reichspropagandaämtern entwickelten sich bald eine ganze Fülle von Dienststellen, Organisationen, Verbänden, Gesellschaften und Vereinen, die zum nachgeordneten Bereich des Ministeriums zu zählen sind. (13)

Trotz der scheinbar eindeutigen Verordnung über die Zuständigkeiten des RMVP waren die 13 Jahre seines Bestehens durch Auseinandersetzungen um Kompetenzen mit anderen Ressorts gekennzeichnet, insbesondere mit den Ministern Rust, Rosenberg, Ribbentrop, von denen Goebbels, wie bekannt ist, auch persönlich sehr wenig hielt. Erfolge und Misserfolge in den Kompetenzstreitigkeiten können hier nicht im Einzelnen verfolgt werden, sie hingen ganz wesentlich vom jeweiligen Verhältnis Hitlers zu Goebbels ab.

Es gelang Goebbels beispielsweise nicht, seine Zuständigkeit im Theaterwesen auf die Preußischen Staatstheater in Berlin auszudehnen. Demgegenüber ging 1943 die Kompetenz für die Durchführung der Ostpropaganda auf das RMVP über, während Rosenberg als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete nur noch die Richtlinienkompetenz verblieb. (14)

Im Konflikt mit dem Auswärtigen Amt um die Zuständigkeitsabgrenzung für die Auslandspropaganda wurde im Okt. 1941 in einem Arbeitsabkommen ein Arrangement erzielt. (15) Lange und heftig umstritten blieb auch die Wehrmachtspropaganda. Goebbels gelang hier trotz vielfacher Bemühungen (16) erst gegen Kriegsende im März 1945 der entscheidende Einbruch in die Kompetenzen der Abteilung OKW/Wpr. Die Propaganda in die Wehrmacht und über die Wehrmacht im In- und Ausland sollte danach federführend vom RMVP wahrgenommen werden. Ob die geplanten organisatorischen Konsequenzen noch durchgeführt wurden, lässt sich nicht feststellen. (17)

Ein wesentlicher Erfolg für Goebbels war wiederum die Errichtung der Reichsinspektion für zivile Luftschutzmaßnahmen, deren Leitung das RMVP erhielt (18), sowie seine Ernennung zum Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz durch Führererlass vom 25. Juli 1944 (19). Für die letzten Monate des Dritten Reiches hatte Goebbels mit dieser Funktion den Zenit der Macht erreicht, wenn man von seiner nur noch theoretisch wirksam gewordenen Ernennung zum Reichskanzler in Hitlers Testament vom 29. April 1945 absieht. Als Reichsbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz hatte er äußerst weitreichende Vollmachten über den gesamten Staatsapparat mit Ausnahme der Wehrmacht. (20) Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zuständigkeiten des RMVP bei allen Kompetenzstreitigkeiten in den wesentlichen Zügen nur wenig geändert. Dass es dennoch bis 1943 ganz enorm und ständig wuchs (21), lag vor allem an der Diversifizierung und Intensivierung in der Wahrnehmung seiner Aufgaben.

Durch die expansive Außenpolitik des Dritten Reiches wurden nach 1938 weitere Propaganda-Dienststellen erforderlich, die die Lenkung und Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den eingegliederten und besetzten Gebieten durchführen sollten. In den besetzten Gebieten mit Zivilverwaltungen wurden in der Regel "Abteilungen" (Hauptabteilungen) für "Volksaufklärung und Propaganda" in den Gebieten mit Militärverwaltung "Propagandaabteilungen" eingerichtet, die in etwa die Funktionen der Reichspropagandaämter ausübten. Ihre Stellung zwischen den ihnen vorgesetzten militärischen Dienststellen und dem RMVP, das auf die Inhalte der Propaganda Einfluss zu nehmen suchte und von wo ein Teil des Personals jeweils auch herkam, war eine ständige Quelle für Auseinandersetzungen.

Als Anhaltspunkt für die Gewichtung der einzelnen Aufgabengebiete des Ministeriums in ihrem Verhältnis zueinander seien die Ausgaben für die einzelnen Sachgebiete in den 10 Jahren von März 1933 - März 1943 genannt. Bei einem Gesamtvolumen von 881.541.376,78 RM (22) betrugen die Ausgaben für:

Aktive Propaganda: 21,8 %

Nachrichtenwesen: 17,8 %

Musik, bildende Kunst, Schrifttum: 6,2 %

Film: 11,5 %

Theater: 26,4 %

Beamte und Ausstattungen: 4,3 %

Besoldungen, Geschäftsbedürfnisse, einschl. der Filmprüfstellen und RPÄ: 12,0 %

Bis zum Jahre 1942 war das RMVP und sein Geschäftsbereich kontinuierlich ausgebaut worden, bevor im Rahmen des totalen Krieges ab 1943 im nachgeordneten Bereich Einrichtungen stillgelegt und Abteilungen im Ministerium zusammengelegt wurden.

Der Geschäftsverteilungsplan vom Nov. 1942 sah folgendermaßen aus: (23)

Ministeramt, dem Minister unmittelbar unterstellt mit Adjutanten, persönlichen Referenten und Pressereferenten des Ministers, insgesamt 10 Mitarbeiter

Staatssekretäre Leopold Gutterer, Reichspressechef Dr. Otto Dietrich, Hermann Esser

Haushaltsabteilung (H) mit 11 Referaten; dem Leiter der Abteilung unterstellt, das Hauptbüro und die Hausverwaltung

Personalabteilung (Pers) mit sieben Referaten

Rechts- und Organisationsabteilung (R) mit drei Referaten

Propagandaabteilung (Pro) mit folgenden zehn Referaten:

1. Politische Propaganda

2. Kulturpolitische Propaganda

3. Propagandaerkundung

4. Volksgesundheit, Sozialpolitik

5. Wirtschaft

6. Reichspropagandaämter

7. Großveranstaltungen

8. Jugend und Sport

9. Repräsentation

10. Haushalt der Abteilung, Vorbereitung der Friedensverträge, Stagma und anderes

Presseabteilung der Reichsregierung

I. Abteilung Deutsche Presse (DP) mit 13 Referaten

II. Abteilung Auslandspresse (AP) mit 19 Referaten

III. Abteilung Zeitschriftenpresse /ZP) mit fünf Referaten

Auslandsabteilung (A) mit folgenden fünf Gruppen:

1. Organisation

2. Europa und Naher Osten

3. Außereuropa

4. Propagandamittel

5. Einsatz im Ausland und im Reich

Fremdenverkehrsabteilung (FV) mit vier Referaten

Rundfunk-Abteilung (Rfk) mit folgenden acht Referaten

1. Koordination, Interradio u.a.

2. Rundfunkkommandostelle

3. Mobreferat

4. Rundfunkprogrammbetreuung

5. Auslandsrundfunk

6. Rundfunkwirtschaft

7. Rundfunkorganisation

8. Rundfunk-Erkundungsdienst

Filmabteilung (F) mit fünf Referaten

Schrifttumsabteilung (S ) mit acht Referaten

Theaterabteilung (T) mit sieben Referaten

Abteilung Bildende Kunst (BK) mit vier Referaten

Musik-Abteilung (M) mit zehn Referaten

Abteilung Reichsverteidigung (RV) mit sechs Referaten

Abteilung für die besetzten Ostgebiete (Ost) mit zwölf Referaten

Generalreferate, die Staatssekretär Gutterer unmittelbar unterstellt waren:

1. Ausstellungen und Messen

2. Generalkulturreferat (Generalkulturreferent für die Reichshauptstadt)

3. Generalreferat für Reichskulturkammersachen

4. Technik (Propaganda-, Rundfunk-, Film-, Ton-, Bühnen-, Presse-, Dienstanlagen des RMVP)

Presseaufnahmestelle für die PK-Berichte der Presseabteilung der Reichsregierung (dem Reichspressechef unmittelbar unterstellt)

Eine wesentliche Änderung dieser Geschäftsverteilung fand noch im September 1944 statt (24). Die Kunst-Abteilungen Theater, Musik und Bildende Kunst wurden aufgelöst und zu einer einzigen Abteilung Kultur (Kult) zusammengefasst. Die Abteilung Ost wurde als ein Hauptreferat in die Abteilung Propaganda eingegliedert, die Abteilung Fremdenverkehr wurde stillgelegt und die Generalreferate Reichskulturkammersachen, Rüstung und Bau sowie Propagandatruppen aufgelöst.

Anmerkungen

(1) J. Goebbels: Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei, S. 28.

(2) R 43 II/1149, Bl. 5, Auszug aus dem Protokoll der Ministerbesprechung vom 11. März 1933.

(3) R 43 II/1149, Bl. 25 - 29, Wortlaut der Rede Goebbels vom 16. März 1933 nach W. T. B.

(4) R 43 II/1149, RGBl. 1933 I, S. 104.

(5) J. Goebbels: Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei, S. 293.

(6) In einer vermutlich von Goebbels stammenden Ausarbeitung über ein zu schaffendes "Reichskommissariat für Volksaufklärung und Propaganda" (R 43 II/1149, Bl. 49 - 53) waren weitergehende Kompetenzen gefordert worden. Insbes. wurden zusätzlich Zuständigkeiten der Deutschtumsabteilung des RMI und der Abteilung VI des AA verlangt, ferner in der Auslandspropaganda.

(7) R 43 II/1449, Bl. 126 - 133. Ein Schema über die organisatorische Entwicklung des RMVP auf Abteilungsebene mit den Namen der Abteilungsleiter gibt Heiber auf der Innenseite des Umschlagdeckels seiner Goebbels-Biographie.

(8) Vgl. Rede vor Vertretern der Presse über die Aufgaben des RMVP vom 16.3.1933 in R 43 II/1149. Nicht ohne Grund gab es eine Sprachregelung für die Presse, nach der der Begriff Propaganda nur in positivem Sinne zu verwenden sei (R 55/1410, Erlass des RMVP an das RPA Nürnberg, 8. Nov. 1940).

(9) R 43 II/1149, Bl. 169, Vermerk von Lammers vom 9. Mai 1934 über einen Vortrag beim Reichskanzler.

(10) R 43 II/1149.

(11) Nach Errichtung der Reichskulturkammer-Organisation waren sie ferner Landeskulturwalter im Unterbau der RKK.

(12) Boelcke, Kriegspropaganda, S. 185.

(13) Ebendort, S. 136 ff. finden sich für einige Einrichtungen Hinweise.

(14) Anordnung des Führers betr. Abgrenzung der Zuständigkeiten vom 15. Aug. 1943, vgl. R 55/1435, 1390.

(15) Boelcke, Kriegspropaganda, S. 126/127.

(16) Lochner, Joseph Goebbels, S. 334, S. 442.

(17) R 55/618, Bl. 123; vgl. auch die Darstellung von Hasso v. Wedel, die Propagandatruppen der deutschen Wehrmacht. Neckargemünd 1962, Die Wehrmacht im Kampf, Bd. 34.

(18) Führererlass vom 21. Dez. 1943, R 55/441.

(19) RGBl. 1944, S. 161, R 43 II/664 a.

(20) Diese Kompetenz schlägt sich in den im BA vorliegenden Akten des RMVP so gut wie nicht nieder. Sie ist jedoch in R 43 II gut belegt. Vgl. R 43 II/664 a.

(21) Vgl. die jährlichen Haushaltsverhandlungen über die Vermehrung von Stellen in R 2/4752 - 4762.

(22) R 55/862, Statistische Übersicht über den Geldverkehr. Demnach wurden 88,5 % der Ausgaben aus den Rundfunkgebühren gedeckt. Unklar bleibt, ob die ao. Haushaltsausgaben berücksichtigt wurden.

(23) R 55/1314. Nach diesem Geschäftsverteilungsplan wurden die im Bundesarchiv vorliegenden Akten im Wesentlichen klassifiziert.

(24) Nachrichtenblatt vom 13. Sept. 1944 in R 55/441.


Bestandsbeschreibung:

Bestandsgeschichte

Die Überlieferungen des RMVP haben, obwohl das Hauptgebäude des Ministeriums, das Ordenspalais am Wilhelmplatz erst verhältnismäßig spät und fast zufällig im März 1945 zerstört wurde, wesentliche Verluste erlitten. Große Teile der Altregistraturen einschließlich der vom Auswärtigen Amt und vom Reichsministerium des Innern (1) stammenden Vorakten waren bereits 1944 durch Luftangriffe zerstört worden. Darüber hinaus wurden in den letzten Tagen des Krieges vor und während der Eroberung Berlins durch die sowjetrussische Armee auch planmäßig Akten vernichtet. (2) Angesichts des totalen Zusammenbruchs und der Verwüstungen Berlins durch den Luftkrieg ist es nicht verwunderlich, dass auch kaum Hand- und privatdienstliche Akten von Mitarbeitern des RMVP überliefert sind. Nennenswerte Ausnahmen sind insbesondere Unterlagen von Ministerialrat Bade (Presseabteilung) (3) und Handakten des Leiters der Rundfunkabteilung, Ministerialdirigent Fritzsche. In diesem Zusammenhang wären auch die Tagebücher von Goebbels zu erwähnen, die mit Ausnahme der von Lochner bereits 1948 edierten, fast 30 Jahre verschollen waren. (4)

Die Masse der bis 1996 im Bundesarchiv Koblenz vorliegenden Bände wurde in den Jahren 1959 - 1963 aus Alexandria (vgl. Guide Nr. 22) und vom Berlin Document Center an das Bundesarchiv abgegeben. Die noch zurückgehaltenen Personalakten wurden 2007 dem Bestand zugeführt.

Die vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR verwahrten Akten des RMVP (v. a. Personalakten, Personalvorgänge der Abteilungen Theater, Musik und Reichsverteidigung), die bis 2006 im so genannten NS-Archiv lagerten, sind dem Bestand ebenfalls zugeordnet.

Nicht in alliierter Hand befand sich lediglich ein kleiner Bestand der Abteilung Musik und einige Unterlagen der Abteilung Deutsche Presse, die im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahre 1969 in das Bundesarchiv gelangten.

Vereinzelte Akten des RMVP befinden sich im Original noch bei der Hoover Institution Standford, beim Yivo-Institut New York und in der Wiener Library London. Alle drei Institutionen waren erfreulicherweise bereit, Mikrofilme für das Bundesarchiv herzustellen (5).

Das Rijksinstitut voor Oologsdocumentatie Amsterdam hat 1974 einige Aktensplitter dankenswerterweise im Original an das Bundesarchiv abgegeben.

Filme von ca. 35 000 Schriftstücken, die im RMVP sicherungsverfilmt worden waren und bei Kriegsende in der Nähe von Potsdam vergraben wurden, fanden Beamte des französischen und sowjetischen Geheimdienstes im Jahre 1946 mit Hilfe eines amerikanischen Minensuchgerätes (6).

Die Filme wurden, um von ihnen Rückvergrößerungen zu verfertigen, nach Paris verbracht, und es ist wohl möglich, dass sie noch im Bereich des französischen Geheimdienstes verwahrt werden. Die Amerikaner haben anscheinend Kopien nicht erhalten, weil sie den Franzosen in der CSSR gefundene Dokumente anderer Provenienz vorenthalten hatten. Über den Inhalt der Filme liegen nur unvollständige Informationen vor; es ist jedoch davon auszugehen, dass nicht gerade unwichtige Akten verfilmt worden sind.

Anmerkungen

(1) Erhalten blieben nur wenige Handakten sowie einige Bände über die Musik-Förderung.

(2) Nach Grasleben/Helmstedt ausgelagerte Akten des Reichsfilmarchivs sollten sogar durch Agenten des RSHA vernichtet werden, als sie in die Hände der Engländer zu fallen drohten (vgl. R 55/618).

(3) Vgl. Kl. Erw. 615, die eine Auswahlverfilmung der in der Hoover-Library vorliegenden Bade-papers aus der Zeit um 1933 darstellt.

(4) Frankfurter Allgemeine, 21. Nov. 1974, Leserzuschrift. Unwesentliche Splitter aus dem Nachlass Goebbels aus seiner Studentenzeit befinden sich im Bundesarchiv unter der Signatur Kl. Erw. 254.

(5) Nicht verfilmt wurde eine Zeitungsausschnittssammlung betr. Goebbels im Umfang von 82 Bde für die Jahre 1931 - 1943 im Yivo-Institut.

(6) Vgl. die Unterlagen in: National Archives Washington, RG 260 OMGUS 35/35 folder 19.

Archivische Bearbeitung

Die Ordnungs- und Erschließungsarbeiten am Bestand waren verhältnismäßig zeitaufwendig und schwierig, da der Ordnungszustand der Akten außerordentlich schlecht war.

Einerseits fehlten detaillierte Aktenpläne oder sonstige Registraturhilfsmittel für die Masse der Akten aus der Haushalts- und Personalabteilung, andererseits ließ die Aktenführung im Ministerium, das sich zumindest in seiner Aufbauphase immer wieder bewusst unbürokratisch zu gerieren pflegte, viele Wünsche offen. Vor allem als im Verlaufe des Krieges zunehmend mit unerfahrenen Hilfskräften gearbeitet werden musste, wurde über die mangelhafte Arbeit der Registraturen bereits von den Mitarbeitern des Ministeriums sehr häufig geklagt. Die Organisation der Schriftgutverwaltung des RMVP zeigte typische Merkmale der Büroreform (1): Die Registraturen wurden abteilungsweise geführt, wobei jede Registratur ein "in sich abgeschlossenes Teil-Aktenverzeichnis" besaß. Das Schriftgut wurde in Stehordnern (System Herdegen) aufbewahrt. Statt eines Tagesbuches wurde eine alphabetische Einsendekarte getrennt nach Behörden und Privatpersonen geführt. Die Geschäftszeichen setzten sich zusammen aus dem Abteilungsbuchstaben, Aktenzeichen, Datum sowie einer Angabe, auf welcher Karte einer Ordnungskartei der Vorgang erfasst wurde.

Insgesamt waren die Akten der Haushalts- und Personalabteilung, als sie in das Bundesarchiv gelangten, in einem gewissen, wenn auch nicht befriedigenden, Ordnungszustand. Zahlreiche Bände aus den anderen Abteilungen waren dagegen geradezu chaotisch formiert, möglicherweise durch eine provisorische Erfassung loser Schriftgutteile bei ihrer Beschlagnahme bedingt. Hierbei handelte es sich häufig um amorphes und bruchstückhaftes Material, dem die Merkmale organisch erwachsenen Schriftgutes völlig fehlten. So war es praktisch unmöglich, in allen Fächern sinnvolle Bandeinheiten zu bilden.

Bei einigen "Mischbänden" mit Schriftgut zu zahlreichen Aktenzeichen wurden im Findbuch nur die häufigsten vermerkt.

Wegen der hohen Aktenverluste wurde kein strenger Bewertungsmaßstab an die Akten gelegt. Kassiert wurden vor allem Bände aus der Haushaltsabteilung über Vorprüfungen im nachgeordneten Bereich und einzelne Vorgänge zur Beschaffung und Verwaltung bewirtschafteter Waren für Zwecke des Ministeriums. Formularhaftes Schriftgut über Uk-Stellungen im Geschäftsbereich und eine Reihe nicht archivwürdiger Unterlagen aus der Personalabteilung wird für Zwecke der Erteilung von Dienstzeitnachweisen auf absehbarer Zeit noch verwahrt werden. Es wird in diesem Findbuch nicht mit aufgeführt. Vorarbeiten für die Erschließung des Koblenzer Teilbestandes leisteten Herr Oberarchivrat Regel (1967) hinsichtlich der Akten der Haushaltsabteilung über das reichseigene Filmvermögen, Herr Ltd. Archivdirektor Dr. Boberach (1966) hinsichtlich der Korrespondenz und den Handakten des Leiters der Rundfunkabteilung, Hans Fritzsche und Frau Archivoberinspektorin Schneider, geb. Fisch (1966) für Akten der Propagandaabteilung. Die Bestandsverzeichnisse der Findbücher beider Teilbestände des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wurden im Jahr 2005 über ein Retrokonversionsverfahren in die Datenbank des Bundesarchivs eingelesen. Danach sind die Datensätze in einer Klassifikation zusammengeführt worden.

Es empfahl sich, trotz der Inhomogenität der Überlieferungen der meisten Fachabteilungen die Gliederung nach Abteilungen beizubehalten. (2) Innerhalb der Abteilungen wurde im Wesentlichen nach Aktenzeichen sowie sachlichen Zusammenhängen gegliedert. Die im RMVP gebräuchlichen Aktenzeichen wurden - soweit möglich - als Hilfsmittel für die weitere Untergliederung mit verwandt.

Den Abschluss bildete die Eingliederung der Personalakten und personenbezogenen Unterlagen aus dem NS-Archiv (ca. 5000 Einzelvorgänge) und dem ehemaligen Berlin Document Center (ca. 700 Vorgänge). Bei den übernommenen Unterlagen handelt es sich v. a. um Schriftgut aus den Bereichen Personalabteilung (neben Personalakten auch Fragebögen und Karteikarten), Theater (Bewerbungen, Ernennungen, Bestätigungsverfahren) und Reichsverteidigung (Bewerbungen in Propagandakompanien). In den personenbezogenen Überlieferungen sind auch vereinzelte Unterlagen zur Entnazifizierung aus der Zeit 1946-1950 enthalten.

Da es sich bei relativ vielen Einzelvorgängen aus dem NS-Archiv oft nur um wenige Blatt handelte, wurden Vorgänge, die sich sachlich auf einen Vorgang beziehen (z. B. Bewerbungen als Dolmetscher) zu einer Akte zusammengeführt. Die Namen zu den einzelnen Personen sowie die alten Signaturen aus dem NS-Archiv sind weiterhin über die Datenbank BASYS-P nachweisbar. Sowohl die Akten aus dem NS-Archiv als auch die aus dem ehem. BDC sind nicht in jedem Fall nach dem Provenienzprinzip abgelegt. Auf eine erneute Trennung der Akten wurde jedoch verzichtet. Den überwiegenden Teil der aus dem ehem. BDC übernommenen Akten bilden Personalakten und Fragebogen sowie Personalkarteikarten einzelner Mitarbeiter von Rundfunksendern. Eine Recherche ist auch hier weiterhin über die Datenbank BASYS-P möglich.

Die zur Abteilung Theater noch in den personenbezogenen Überlieferungen des ehem. BDC vorliegenden Vorgänge zur Spende "Künstlerdank" wurden in diesem Zusammenhang nicht übernommen (ca. 15 000 Vorgänge). Die Namen sind über die Datenbank BASYS-P erfasst und dort recherchierbar.

Anmerkungen

(1) Geschäfts- und Registraturordnung vom 8. Mai 1942 in R 55/ 618.

(2) Es wurde die Gliederung des Geschäftsverteilungsplans vom Nov. 1942 zu Grunde gelegt.

Abkürzungen

AA = Auswärtiges Amt

Abteilung A = Abteilung Ausland

AP = Auslandspresse

BDC = Berlin Document Center

BdS = Befehlshaber der Sicherheitspolizei

ChdZ = Chef der Zivilverwaltung

DAF = Deutsche Arbeitsfront

DASD = Deutscher Amateur-Sende-Dienst e. V.

DNB = Deutsches Nachrichtenbüro

DRK = Deutsches Rotes Kreuz

Dt. = Deutsch

DVO = Durchführungsverordnung

frz. = französisch

Gestapo = Geheimes Staatspolizeiamt

KdF = Kraft durch Freude

KdG = Kommandeur der Gendarmerie

KdS = Kommandeur der Sicherheitspolizei

Kl. Erw. = Kleine Erwerbung

KLV = Kinderlandverschickung

LG = Landgericht

MA = Militärarchiv, Abteilung des Bundesarchivs

MdR = Mitglied des Reichstages

MinRat = Ministerialrat

MdL = Mitglied des Landtages

NDR = Norddeutscher Rundfunk

NSV = Nationalsozialistische Volkswohlfahrt

o. Az. = ohne Aktenzeichen

o. Dat. = ohne Datum

OKW = Oberkommando der Wehrmacht

OLG = Oberstes Landesgericht

OLT = Oberleutnant

ORR = Oberregierungsrat

OT = Organisation Todt

PG = Parteigenosse

PK = Propagandakompanie

RAVAG = Österreichische Radio-Verkehrs-AG

Reg. Präs. = Regierungspräsident

RFK = Reichsfilmkammer

Rfk = Rundfunk

RKK = Reichskulturkammer

RMF = Reichsministerium der Finanzen

RMI = Reichsministerium des Innern

RMJ = Reichsministerium der Justiz

RMK = Reichsmusikkammer

RMVP = Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

ROI = Reichsoberinspektor

RPA = Reichspropagandaamt

RPÄ = Reichspropagandaämter

RPL = Reichspropagandaleitung

RR = Regierungsrat

RRG = Reichsrundfunkgesellschaft

RS = Reichssender

RSHA = Reichssicherheitshauptamt

RSK = Reichsschrifttumskammer

SBZ = Sowjetische Besatzungszone

SD = Sicherheitsdienst

SD-LA = SD-Leitabschnitt

SDR = Süddeutscher Rundfunk

Sipo = Sicherheitspolizei

STS = Staatssekretär

u. a. = unter anderem

v. a. = vor allem

VGH = Volksgerichtshof

VO = Verordnung

WDR = Westdeutscher Rundfunk

ZSTA = Zentrales Staatsarchiv (Potsdam)

Zitierweise:

BArch R 55/ 23456


Inhaltliche Charakterisierung:

Abgerundete Überlieferungskomplexe sind lediglich aus der Haushaltsabteilung und aus der Personalabteilung vorhanden. Sie beleuchten unter dem Aspekt der Finanzierung und der Personalverwaltung fast alle Tätigkeitsbereiche des Ministeriums.

Aus dem Bereich der Fachabteilungen sind die Bände aus der Abteilung Propaganda hervorzuheben, die vor allem die Gestaltung der Propaganda und die propagandistische Betreuung von Fremdarbeitern und Umsiedlern in den letzten Kriegsjahren dokumentieren. Erwähnenswert sind auch Stimmungs- und Tätigkeitsberichte einzelner RPÄ und Vorschläge aus der Bevölkerung zur Propaganda und zur Führung des totalen Krieges.

In der Abteilung Rundfunk ist einiges Material über die Gestaltung des Rundfunkprogramms und der Propaganda-Erkundung vorhanden mit Berichten über die gegnerische Propaganda, die aus den Abhörberichten des Sonderdienstes Seehaus erarbeitet wurden. Ein gesonderter Komplex dieser Abteilung sind 14 Bände Vorakten aus dem RMI mit Handakten des Oberregierungsrates Scholz als Vertreter des Reiches in Überwachungsausschüssen von Rundfunkgesellschaften in Berlin aus der Zeit 1926 - 1932.

Von der Filmabteilung sind nur wenige, allerdings interessante Bände über die Filmproduktion der letzten Kriegsjahre mit zahlreichen Ministervorlagen enthalten.

Den überwiegenden Teil der Überlieferungen der Theaterabteilung bilden die Unterlagen zu Berufsständischen Fragen und der Reichsdramaturgie.

Aus der Musikabteilung ist die Förderung musikalischer Organisationen aus den Jahren 1933 - 1935 mit Vorakten aus dem RMI, die Unterstützung und Stellenvermittlung von Künstlern sowie Material über die musikalischen Auslandsbeziehungen überliefert.

Die Akten der Abteilung für die besetzten Ostgebiete bieten reichhaltige Quellen für die Fragen der Ostpropaganda.

Die Überlieferungsverluste sind am größten bei den Abteilungen Recht und Organisation, Zeitschriftenpresse, Auslandspresse, Ausland, Fremdenverkehr, Schrifttum und Bildende Kunst.


Erschließungszustand:

Publikationsfindbuch (1976, Nachdruck 1996), Online-Findbuch (2007).


Zitierweise:

BArch, R 55/...

Bewertung, Vernichtung und Terminierung

Zuwächse

Ordnung und Klassifikation

Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Kultus, Wissenschaft, Propaganda

Bedingungen des Zugriffs- und Benutzungsbereichs

Benutzungsbedingungen

Reproduktionsbedingungen

Rechteinformation beim Datenlieferanten zu klären.

In der Verzeichnungseinheit enthaltene Sprache

  • Deutsch

Schrift in den Unterlagen

Anmerkungen zu Sprache und Schrift

deutsch

Physische Beschaffenheit und technische Anforderungen

Schriftgut

Bereich Sachverwandte Unterlagen

Existenz und Aufbewahrungsort von Originalen

Existenz und Aufbewahrungsort von Kopien

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: <br />
R 2 Reichsfinanzministerium (online)<br />
R 1501 Reichsministerium des Innern<br />
R 3001 Reichsministerium der Justiz<br />
R 41 Reichsarbeitsministerium<br />
R 43 Reichskanzlei (online)<br />
R 56 Reichskulturkammer (online)<br />
R 58 Reichssicherheitshauptamt<br />
R 78 Reichsrundfunkgesellschaft (online)<br />
NS 10 Adjutantur des Führers<br />
NS 18 Reichspropagandaleiter der NSDAP (online)<br />
R 109 I Universum Film AG
<br /><br />
Amtliche Druckschriften: <br />
Nachrichtenblatt des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 1933-1945 [BA 15969]<br />
Die Lage. Zentralinformationsdienst der Reichspropagandaleitung der NSDAP und des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Hrsg.: Goebbels, Joseph. [NSD 12/ 30-33]
<br /><br />
Literatur: <br />
Wolfram Werner: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bestand R 55) (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 15), Koblenz 1979, Nachdruck 1996.<br />
Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 261-265, Teil 2, S. 191.<br />
Boelcke, Willi A. (Hg.): Kriegspropaganda 1939 - 1941. Geheime Ministerkonferenzen im Reichspropagandaministerium, Stuttgart 1966.<br />
Boelcke, Willi A. (Hg.): Wollt ihr den totalen Krieg? Die geheimen Goebbels-Konferenzen 1939 - 1943, DVA Stuttgart 1967, Taschenbuchausgabe München 1969, DTV 578 (21).<br />
Bonacker, Max: Goebbels' Mann im Radio. Der NS-Propagandist Hans Fritzsche (1900-1953), München 2007.<br />
Fritzsche, Hans: Krieg den Kriegshetzern. Acht Wochen politische Zeitungs- und Rundfunkschau (29. Aug. - 17. Okt. 1939), Berlin 1940.<br />
Ohne Autor: Hier spricht Hans Fritzsche, Interverlag A. G. Zürich, o. J. (1948).<br />
Goebbels, Joseph: Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei. Eine historische Darstellung in Tagebuchblättern. (Vom 1. Jan. 1932 bis zum 1. mai 1933), München 1934.<br />
Goebbels, Joseph: Die Zeit ohne Beispiel. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1939/1940/1941. München 1941.<br />
Goebbels, Joseph: Das eherne Herz. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1941/1942, München 1943.<br />
Goebbels, Joseph: Der steile Aufstieg. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1942/1943, München 1943, 2. Auflage 1944.<br />
Heiber. Helmut (Hg.): Goebbels Reden, Bd 1: 1932 - 1939, Düsseldorf 1971, Bd 2: 1939 - 1945, Düsseldorf 1972.<br />
Lochner, Louis P.: Joseph Goebbels Tagebücher. Aus den Jahren 1942 - 1943. Mit anderen Dokumenten, Zürich (1948) (22).<br />
Sündermann, Helmut: Tagesparolen. Deutsche Presseanweisungen 1939 - 1945. Aus dem Nachlass hg. von Gert Sudholt, Leonie am Starnberger See 1973 (23).<br />
Till Schulz (Hrsg.): Willi Münzenberg-Propaganda als Waffe-Ausgewählte Schriften 1919-1940, Frankfurt am Main 1972.<br />
Borresholm, Boris v. (Hg.): Dr. Goebbels. Nach Aufzeichnungen aus seiner Umgebung, (Berlin) 1949.<br />
Bramstedt, Ernest K.: Goebbels und die nationalsozialistische Propaganda 1925 - 1945, Frankfurt 1971.<br />
Heiber, Helmut: Joseph Goebbels, Berlin 1962, DTV 1. Auflage 1965, 2. Auflage 1974.<br />
Manvell, Roger und Fraenkel, Heinrich: Dr. Goebbels, eine Biographie, Köln 1960.<br />
Müller, Georg W.: Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Schriften zum Staatsaufbau, Neue Folge der Schriften der Hochschule für Politik, Teil II, Heft 43, Berlin 1940.<br />
Oven, Wilfried v.: Mit Goebbels bis zum Ende, 2 Bde., Buenos Aires 1949/1950.<br />
Reimann, Viktor: Dr. Joseph Goebbels, Wien 1971.<br />
Riess, Curt: Joseph Goebbels, Baden-Baden 1950.<br />
Schaumburg-Lippe, Friedrich Chr. Prinz zu: Dr. G. Ein Porträt des Propagandaministers, Wiesbaden (1963).<br />
Sem(m)ler, Robert: Goebbels - the man next to Hitler, London 1947.<br />
Stephan, Werner: Joseph Goebbels, Dämon einer Diktatur, Stuttgart (1949).

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